Archivierter Artikel vom 07.05.2022, 09:42 Uhr
Idar-Oberstein

Kommentar zur Situation der Stadt-SPD: Kontroversen ausräumen und Junge motivieren

Da muss man schon den Hut ziehen. Die SPD der Stadt Idar-Oberstein hatte extrem schlechte Nachrichten und lieferte ihren Mitgliedern schwer verdauliche Kost: kein Kandidat für die OB-Wahl. Ein Armutszeugnis!

Von Vera Müller
Vera Müller.
Vera Müller.
Foto: Jens Weber

Und dennoch: Jene Sozialdemokraten, die an der Versammlung teilnahmen, gaben sich offen und klar in ihren Aussagen. Jene, die nicht da waren, hätten einen solchen Austausch womöglich erschwert. Und manche, so zum Beispiel Fraktionschef Jupp Mähringer, waren merkwürdig still. Auch das wirft Fragen auf.

Budau, Forster und Parteikollegen analysierten die Situation hingegen treffend: An OB Frühauf kommt (zurzeit) keiner vorbei. Der Christdemokrat hat Fortune und ein Gefühl für den Moment, das jeden – aber wirklich jeden – anderen Kandidaten zwangsläufig alt aussehen lassen würde. Was die Situation natürlich erschwert: Den Jungen in der SPD wird es schwer gemacht, Frauen auch.

Die Partei wirkt uneinig. Da sitzt der größte „Feind“ eher in den eigenen Reihen als bei anderen Parteien. Das muss sich dringend ändern. Nicht nur mit Blick auf Urwahlen. Inhalte liefern, auch Kontroversen nicht scheuen, Vorgänge weiter kritisch hinterfragen, das Profil schärfen: Darum muss es der SPD jetzt gehen. Priorität muss indes haben, dass man die ohnehin wenigen politischen Talente, die die Partei hat, nicht demontiert und demotiviert, bevor sie sich entwickeln können.

E-Mail an vera-mueller@rhein-zeitung.net