Archivierter Artikel vom 04.04.2022, 12:07 Uhr
Kirn

Kommentar zur Entwicklung am Kirner Kyrburghang: Warten auf „Zug“ ist keine Lösung

Wenn Bäume fallen, gehen meist Alarmlampen an. So war es vor wenigen Jahren, als rund um Kirn Tausende Bäume aus „Verkehrssicherungsgründen“ abgesägt wurden. Der Aufschrei war anfangs groß, als an der B 41, der B 428 (Kellenbachtal), der L 183 (Krebsweiler Tal) oder oberhalb von Hochstetten-Dhaun massenweise geholzt wurde und Straßen wochenlang gesperrt waren.

Von Armin Seibert

Armin Seibert kommentiert. Foto: RZ
Armin Seibert kommentiert.
Foto: RZ

Meist ging es darum, eine Baumlänge von der Straße weg zu bleiben. Auch in der Innenstadt wurden in Bahnhofsnähe Bäume „entnommen“, als der Fällkran gerade in der Nähe war. Man musste kein Prophet sein, um festzustellen: Es war richtig so, denn die zunehmenden Stürme hätten den ein oder anderen tonnenschweren Baum in Vorgärten wie an Straßenrändern garantiert gefällt. Viele große Bäume wankten auf den beim Lohmachen mehrfach „genutzten“ alten Wurzeln. Diese Verkehrssicherung an Straßen oder neben potenziellen Baugebieten wie dem „herrschaftlichen Garten“ am Kyrburg-Hang hat mit dem Roden wertvoller alter Wälder nichts zu tun.

Das Forstamts sollte zusammen mit den Naturschutzbehörden und Planern das Bauland am Kyrburg-Fuß so entwickeln, dass Natur und Bauen verträglich sind. Die Forderung „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ wird ja im Prinzip in Kirn wie in der ganzen Republik unterschrieben. Es geht darum, Bauen auf innerstädtischen Flächen zu fördern, ehe man am Stadtrand Flächen mit neuen Straßen, Ausgleichsflächen, Strom, Wasser und Abwasserleitungen neu erschließt.

Das sollte auf dem Mayer-Gelände zügig passieren, im Einvernehmen, nicht „gehuddelt“. Aber auch nicht auf die lange Bank geschoben wie es bei dem ein oder anderen Projekt geschehen ist. Wenn sich Kirn entwickeln soll, können die „Herrschaftlichen Gärten“ ein Vorzeigeprojekt werden. Vielleicht kommen dann nicht nur ein paar alte Wingertsmauern zum Vorschein, sondern es werden auch Reben gesetzt. Burgherr Möller hatte es ja mal vor, dann hieß es: Geht nicht. Auf Schloss Dhaun ging es ja auch. Also?