Archivierter Artikel vom 26.08.2020, 16:52 Uhr

Kommentar: Heißes Thema oder nur heiße Luft ?

Um die Ursprünge der Diskussionen um Windkraft auf dem Stegskopf zu verstehen, lohnt ein Blick zurück ins Jahr 2011: Im März kommt es im japanischen Atomkraftwerk Fukushima zu einer nuklearen Katastrophe, die noch Jahrzehnte nachwirken wird. In Deutschland bewirkt das Unglück ein politisches Umdenken, selbst bei Parteien, denen bis dato nicht so sehr an einer Energiewende gelegen war. Ebenfalls 2011, im Oktober, wird bekannt, dass die Bundeswehr den Stegskopf verlassen wird.

Von Daniel Weber

Daniel Weber
Daniel Weber
Foto: RZ

Ein Wink des Schicksals? Fortan rückt der zweithöchste „Berg“ des Westerwalds in den Fokus, wenn es um die Standortsuche für Windräder im AK-Land geht. Kein Wunder: Wohl nirgends sonst im Kreis pfeift der Wind so stark und verlässlich wie hier. Doch aus dem vielfach propagierten „Dreiklang“, einem Mix aus Naturschutz, Windkraft und sanftem Tourismus auf dem Stegskopf, wird bekanntlich nichts. Denn kaum hat die Bundeswehr Ende 2013 den letzten Schuss abgefeuert, wird das Gelände vom Bundesumweltministerium zum Nationalen Naturerbe erkoren.

Windkraft ist seitdem tabu, und auch in Sachen Tourismus schlummert der Stegskopf in einem Dornröschenschlaf, der wohl mindestens noch so lange anhält, wie das Betretungsverbot gilt. Gerüttelt und geschüttelt wird daran, wie auch nun plötzlich wieder am Nein zur Windkraft. Ob das Thema kreispolitisch allerdings tatsächlich noch einmal gezündet werden kann – oder ob es am Ende doch nicht mehr ist als nur ein kurzes Aufflackern, bleibt abzuwarten. Fest steht: Der Stegskopf braucht nicht noch weitere unendliche Diskussionen, sondern endlich klare Perspektiven.