Archivierter Artikel vom 08.06.2022, 16:44 Uhr
Neitersen

In Neitersen gab es einst mehr Arbeitsplätze als Einwohner

Die Ursprünge der Georg Maschinentechnik GmbH gehen laut eigener Darstellung auf das Jahr 1925 zurück – und auf einen Ackerwagen des Gründers Karl Georg.

Später entwickelte sich die Unternehmensgruppe Georg zu einem bedeutenden Arbeitgeber in der Region westlich von Altenkirchen. „In den 60er- und 70er-Jahren gab es in Neitersen mehr Arbeitsplätze als Einwohner“, sagt Ortsbürgermeister Horst Klein, der das Verschwinden des Firmennamens Georg aus der Gemeinde sehr bedauert.

Zu den Produktionszweigen der Unternehmen, die auf Karl Georg zurückgehen, gehörten einst unter anderem eine Gesenkschmiede, die heute unter dem Namen Georg Umformtechnik in Willroth weiter besteht, sowie die Herstellung von Kranlaufrädern, die 1968 nach Ingelbach umgesiedelt wurde und heute noch als Karl Georg GmbH unter der Leitung von Michael Schnaufer, Enkel des Firmengründers, firmiert. Weitere Sparten waren der in den 1990er-Jahren abgewickelte Fahrzeug- sowie Fahrzeughydraulikbau sowie die Herstellung von Eisenbahnpuffern. Letztere gehörte bis 1997 ebenfalls zur Karl Georg GmbH, wurde dann ein amerikanisches Unternehmen verkauft und ist nach einem weiteren Besitzerwechsel heute noch als Axtone Bahntechnik in Neitersen ansässig.

Der Sondermaschinenbau war dagegen als Georg Maschinentechnik bereits 2012 in die Insolvenz gerutscht und Anfang 2013 durch die mpool Beteiligungen GmbH aus Düsseldorf übernommen worden. Seinerzeit beschäftigte das Unternehmen noch 72 Mitarbeiter sowie zwölf Auszubildende.

Ortschef Klein, der einst bei der Maschinenbausparte den Beruf des Technischen Zeichners erlernte, teilt zwar den Optimismus von Insolvenzverwalter Klaus Ortmüller bezüglich einer schnellen Vermarktung des Gewerbestandorts. Die Situation einiger Mitarbeiter, die nach jahrzehntelanger Betriebszugehörigkeit noch einige Jahre bis zum Ruhestand überbrücken müssten, sieht er aber mit Sorge. „In diesem Alter fällt ein beruflicher Tapetenwechsel nicht mehr so leicht“, meint er. mif