Kreisgebiet

In die Vorfreude mischen sich bei Vereinen auch Sorgen und Bedenken

Mit welchen Erwartungen blicken die Vereine aus dem Kreis Ahrweiler auf die Tennissaison? Die RZ hat sich dazu umgehört. Die Vorfreude ist allgemein groß, aber nicht ganz ungebremst. Der Umstand, dass etwa die Rahmenbedingungen das Gesellige einschränken, trübt die Stimmung hier und da.

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„Es ist alles nicht ganz so einfach“, meint zum Beispiel Ralf Barnekow, Vorsitzender des TC Bad Bodendorf. Geärgert hatte ihn zwischenzeitlich die Aussicht, bei Nichtantritt eine Strafe zahlen zu müssen. Dass die nun von Tisch ist, freut ihn: „Das lässt die Sache in einem anderen Licht erscheinen. Schön, dass der Verband sich so entschieden hat“, sagt er.

Ob Bad Bodendorf alle Mannschaften melden wird, prüft der TC gerade noch, indem er die Meinung der Beteiligten einholt. „Dass jetzt aber keine Strafe mehr droht, könnte beim einen oder anderen die Entscheidung erleichtern“, meint Barnekow. Gut möglich aber, dass nicht alle Jugendmannschaften des TC melden: „Dadurch, dass Termine auf die Zeit nach den Sommerferien verlegt wurden, könnte es sein, dass einige Jugendliche da keine Zeit mehr haben“, erklärt Barnekow.

Auch Christoph Schmitt, der Sportwart vom SC Niederzissen, begrüßt den Schritt des TVR, die Strafe auszusetzen: „Das ist richtig und vernünftig, die Pandemie wird uns auch noch über den Sommer hin beschäftigen. So kann nun jeder entscheiden, wie er es für richtig hält.“ Er selbst geht davon aus, „dass viele bei uns jetzt den sportlichen Wettkampf suchen werden“.

Er sieht der Medenrunde zwar optimistisch, aber auch mit gemischten Gefühlen entgegen: „Wie sind die Vorgaben, wie klappt das mit dem Hygienekonzept, was ist wo bei welcher Inzidenzzahl erlaubt? Da bleibt ein Schuss Unsicherheit.“

Zuversichtlicher gibt sich Sebastian Riederauer, der Vorsitzende des TC Remagen: „Im vergangenen Jahr haben einige unserer Mannschaften nicht gemeldet. Aber bei den anderen hat alles gut geklappt, darum sind jetzt diesmal auch all unsere Mannschaften dabei und freuen sich darauf.“

Vorfreude überwiegt auch beim HTC Bad Neuenahr. „Die Medenrunde ist für mich immer der Höhepunkt des Jahres. Und das geht auch vielen anderen so“, sagt Sportwart Alexander Leeser, auch wenn er einschränkt: „Für viele gehört die Geselligkeit dazu. Da wird es natürlich Einschränkungen geben, das trübt die Vorfreude bei einigen ein wenig. Aber für die Leistungsorientierten wird es fast wieder normal sein.“

Es gibt freilich auch Aktive, die lieber Vorsicht walten lassen: Die Männer 70 und die Frauen 60 II haben nicht gemeldet für die Medenrunde. Die Plätze auf der HTC-Anlage waren bislang schon gut belegt angesichts des schlechten Wetters. Um Überschneidungen zu vermeiden, gibt es seit diesem Jahr ein vereinseigenes Online-Portal, auf dem man Plätze buchen kann.

Beim TC Bad Breisig sind die Plätze seit kurz nach Ostern geöffnet und seitdem gut belegt – wenn es denn nicht regnet. Tennis ist offenbar „in“ in Bad Breisig, jedenfalls freut sich der TC über steigende Mitgliederzahlen. „Wir haben bald die Schwelle von 300 erreicht“, berichtet der Vorsitzende Walter Erben zufrieden. Besonders beim Nachwuchs, annähernd 100, macht sich der Zuwachs bemerkbar.

Ganz ungetrübt bleibt die Vorfreude auf die Medenrunde freilich auch beim TC nicht. Die überregional spielenden Mannschaften, vorneweg die Frauen 50 sowie die Frauen 60 (beide Oberliga), überlegen noch, ob sie melden und antreten sollen. „Sie hadern noch, weil sie wegen der Beschränkung nicht in einem Auto anreisen dürfen“, erklärt Erben: „Und bei den Distanzen in der Oberliga kommen schon mal 1000 Kilometer in der Medenrunde zusammen. Wenn sie nun mit drei Wagen fahren müssen, wird das auch zu einer Kostenfrage. Ohne gemeinsames Essen und ohne Duschen nach den Spielen wird der Aufwand ja unverhältnismäßig.“

Über die Fragen nach Anfahrt, Duschen und Geselligkeit macht sich auch Hartmut Brabänder seine Gedanken: „Wenn sich da noch etwas ändern würde, wäre das natürlich schön“, sagt der Sportwart des TC Obere Grafschaft, die in diesem Jahr mit allen gemeldeten Mannschaften antritt, nachdem 2020 speziell die älteren Jahrgänge verzichtet haben.

Grundsätzlich sieht Brabänder es aber auch positiv, frei nach dem Motto: Hauptsache, es geht überhaupt wieder etwas. Wobei ihm ein Umstand besonders gefällt: dass das Doppelspiel wieder erlaubt ist. „Darüber freuen sich besonders die Älteren, bei denen der Trend zum Doppel geht.“ Marcus Pauly

Archivierter Artikel vom 26.05.2021, 16:51 Uhr