Archivierter Artikel vom 08.11.2018, 18:31 Uhr
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Hamburg und Baden-Württemberg sind schon einen Schritt weiter

Rheinland-Pfalz betritt mit der Technik der Videodolmetscher im Gefängnis kein komplettes Neuland. Denn in anderen Ländern ist sie bereits flächendeckend installiert. So berichtet in Hamburg der stellvertretende Justizsprecher Marco Lange von besten Erfahrungen.

Der Stadtstaat hat sein Pilotprojekt mit einem österreichischen Dienstleister, der rund 750 Dolmetscher unter Vertrag hat und Übersetzungen in mehr als 60 Sprachen anbietet, inzwischen zur Regel in seinen Haftanstalten gemacht. Die einmaligen Kosten für Geräte und Schulungen belaufen sich auf 4100 Euro. Die Bereitstellung des Services koste jährlich 6300 Euro. Den Hauptanteil der Kosten verursachen die Videositzungen: Für jeden Anruf werden für die ersten 15 Minuten 35,70 Euro berechnet, für jede weitere Minute 1,19 Euro. Umgekehrt gibt es keine Kosten für Anfahrten, die anfallen, wenn klassische Dolmetscher angefordert werden. Im Stuttgarter Justizministerium berichtet Sprecher Steffen Tanneberger, dass man im Frühjahr alle JVAs, in denen Gefangene aus immerhin rund 100 Nationen sitzen, mit der neuen Technik ausgestattet hat. Auch hier heißt es, dass die Dolmetscher per Video immer kurzfristig verfügbar waren.