Geburtsvorbereitung per Videokonferenz

Wer Schwangere in der Zeit vor, während und nach der Geburt unterstützt und betreut, kommt diesen sehr nah. Die unmittelbare Zuwendung ist wichtig, zurzeit aber eben auch gefährlich – und deswegen müssen Hebammen in diesen Wochen ganz genau schauen, was sie noch leisten können und wie.

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Hebamme Jennifer Radermacher erklärt schwangeren Frauen mit einem Modell Details zur Geburt – wie immer im Kursraum der Praxis, zurzeit allerdings per Videokonferenz.  Foto: Hebiana
Hebamme Jennifer Radermacher erklärt schwangeren Frauen mit einem Modell Details zur Geburt – wie immer im Kursraum der Praxis, zurzeit allerdings per Videokonferenz.
Foto: Hebiana

Eine von ihnen ist Jennifer Radermacher. Sie ist Hebamme bei Hebiana, einer Koblenzer Hebammenpraxis mit Geburtshaus. Vieles läuft bei ihr und ihren Kolleginnen mittlerweile nicht mehr persönlich, sondern per Videokonferenz, Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse zum Beispiel. „Das ist dann noch interaktiv, und alle sehen sich und können miteinander reden, das ist total wichtig“, sagt sie. Das Hebammenhaus Koblenz, in dem unter anderem Nicole Liebeskind arbeitet, ist zurzeit geschlossen, berichtet sie. Kurse finden per Skype statt, beraten wird per Video. Bei wichtigen persönlichen Terminen wie zur Nachsorge gelten bestimmte Vorgaben. Zum Beispiel werden Handschuhe und Masken getragen.

Auch bei Hebiana finden persönlich nur noch die wichtigsten Termine statt, zur Schwangerenvorsorge etwa oder Nachsorgetermine. Hier gelten zurzeit besondere Sicherheitsvorkehrungen: Die meisten Termine muss man zum Beispiel allein wahrnehmen, wenn man sich für eine Untersuchung näherkommen muss, darf niemand sprechen, die Räume müssen gut gelüftet werden, Türklinken werden bei Hausbesuchen nicht berührt.

Dass in manchen Krankenhäusern Väter nicht mit in den Kreißsaal dürfen und Besuche der Mutter und des Babys oft nicht möglich sind, bemerken die Hebammen bei Hebiana sehr: „Die Nachfrage nach ambulanten Geburten in unserem Geburtshaus sind exorbitant gestiegen.“ Eine Begleitperson darf hier dabei sein, und da die frischgebackenen Mütter nur wenige Stunde nach der Geburt wieder nach Hause gehen, stellt sich die Frage nach einem Besuchsverbot nicht.

Durch die Corona-Gefahr ändert sich bei den ambulanten Geburten gar nicht viel, sagt Jennifer Radermacher: Die Hygienemaßnahmen seien ohnehin streng, und beim geringsten Verdacht, dass die Mutter nicht vollständig gesund ist, würde diese sowieso direkt in ein Krankenhaus geschickt.

Archivierter Artikel vom 06.04.2020, 14:45 Uhr