Archivierter Artikel vom 22.06.2022, 16:25 Uhr

Enge Verbindungen nach Wuppertal: Die Geschichte des Schullandheims in Fensdorf

Der Betrieb im Jugendgästehaus Fensdorf wurde Ende 2019 nach fast 63 Jahren eingestellt, weil sich der in Wuppertal ansässige Trägerverein des Schullandheims aufgelöst hatte. Das letzte, langjährige Heimleiter-Ehepaar Sandor und Inez Roszjavovits trat daraufhin in den Ruhestand. Gebäude und Grundstück gingen zunächst auf die Stadt Wuppertal über, die die Liegenschaft einige Zeit später an die Ortsgemeinde Fensdorf weiterveräußerte.

Der 1953 errichtete Bau war ursprünglich als Gemeindehaus oder Sängerheim vorgesehen, woraus allerdings nichts wurde. Stattdessen entdeckten Lehrer aus Wuppertal die idyllisch gelegene Immobilie und machten ein Schullandheim daraus.

Anfangs war die Einrichtung auch nur für Schulen aus Wuppertal gedacht – 1967, zehn Jahre nach der Eröffnung, hatten bereits 16.000 Schulkinder aus der Großstadt den Weg nach Fensdorf gefunden. Später wurde das Haus für weitere Gäste geöffnet. Zahlreiche Schulklassen, vor allem aus dem Ruhrgebiet, kamen zum Lernen in naturnaher Umgebung in den Westerwald. Aber auch Gruppen aus der Region nutzten die Einrichtung – so fanden dort Jugendleiterseminare und Fortbildungen statt.

Viele Jahre war das Schullandheim zudem Anlaufpunkt für die von der Tschernobyl-Nothilfe der Betzdorfer Caritas organisierten Erholungsfreizeiten für Kinder aus Weißrussland. Das Haus verfügte zuletzt über 72 Schülerbetten (aufgeteilt in Sechs- und Achtbettzimmern), Einzelzimmer für Lehrer und Betreuer, zwei Aufenthaltsräume, einen Party- oder Bastelraum sowie ein Billardzimmer. Zum Außengelände gehörten ein Basketballfeld, ein Bolzplatz, Klettergerüste, eine Lagerfeuerstelle und eine Tischtennishalle. daw