Archivierter Artikel vom 23.06.2019, 18:59 Uhr

Ein Chronist mit dem Pinsel

Franz-Josef Magnus wurde im Jahr 1900 in Straßburg geboren. Um „gut Deutsch“ zu lernen, schickten ihn die Eltern als Sechsjährigen zu seiner Tante nach Betzdorf. Sie war dort Lehrerin.

Magnus besuchte drei Jahre die Volksschule und kehrte dann nach Straßburg zurück, wo er auf die Oberrealschule und später auf die Kunstgewerbeschule ging. 1919 wurde er mit seinen Eltern als Deutsche aus dem Elsass ausgewiesen. Er kam erneut nach Betzdorf und absolvierte in Köln eine kaufmännische Lehre. 1924 zog er mit seinen Eltern nach Düsseldorf und besuchte die dortige Kunstschule. Es folgten Jahre der Selbstständigkeit als bildender Künstler. Magnus heiratet und wird Vater einer Tochter. 1943 zieht er mit Frau und Kind von Düsseldorf nach Betzdorf, um den Bomben zu entgehen. Doch bei den Angriffen auf die Stadt 1945 wird die Familie ausgebombt. Nach dem Krieg arbeitete Magnus für das Arbeitsamt und nebenher als Dozent für die VHS, deren Ehrenmitglied er später war. 1989 stirbt Betzdorfs „Stadtmaler“. In seinem „geliebten Westerwald“ fand er seine Motive: Natur, Denkmäler, Gebäude, Industrieanlagen. Er gilt als „Chronist mit dem Pinsel“. clg