Archivierter Artikel vom 09.04.2022, 09:07 Uhr

Die Kar- und Osterzeit im Kirchenjahr

Die Karwoche vor dem Osterfest ist die wichtigste Woche im Kirchenjahr. Die Gottesdienste von Palmsonntag bis Karsamstag zeichnen sich durch besondere liturgische Riten aus. Bereits um 400 nach Christus ist sie deshalb als „Große Woche“ in Jerusalem bekannt. Daneben wird die Karwoche auch „Stille Woche“ oder „Heilige Woche“ (gemeinsam mit dem Osterfest) genannt. Sie bildet den Abschluss der 40 Tage dauernden Fastenzeit. Karwoche und Ostern bilden eine Einheit. Das Leiden und Sterben Jesu gehören untrennbar mit der Auferstehung zusammen.

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag, der an den umjubelnden und festlichen Einzug Jesu in Jerusalem anknüpft. An Gründonnerstag feiern Katholiken das letzte Abendmahl. Der Karfreitag erinnert an die Kreuzigung Jesu. Der Karsamstag ist der Gedächtnistag der Grabesruhe des Herrn. Mit der Auferstehung Christi an Ostern wandelt sich für gläubige Christen die vom Leiden und Sterben Jesu geprägte Zeit in eine Zeit des Jubels und der Freude. 50 Tage lang dauert die österliche Festzeit. Sie endet mit dem Pfingstfest. Die Vorsilbe „kar“ stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet Trauer, Klage oder Kummer. Bis in die 1950er-Jahre war die gesamte Karwoche eine geschlossene Zeit, in der keine Feste stattfanden. Heute ist nur noch der Karfreitag ein vom Gesetz geschützter „stiller Tag“.

Ostern ist das wichtigste Fest in der katholischen Kirche und der Höhepunkt des Kirchenjahrs. Es wird in der katholischen Kirche immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert und gehört damit zu den sogenannten beweglichen Festen im Kirchenjahr. Viele andere Feste wie etwa Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern), Pfingsten (50 Tage nach Ostern) oder Fronleichnam orientieren sich am Ostertermin. Zum österlichen Festkreis im Kirchenjahr gehört die 40 Tage dauernde Fastenzeit. Nach Ostern folgt die österliche Festzeit.