Archivierter Artikel vom 26.04.2022, 08:26 Uhr
Cochem

Die Historie des Feiertages

Mehr als 40.000 Ritterburgen soll es im deutschen Sprachraum gegeben haben. Sie waren Stützpunkte der Mächtigen. Sie sollten Truppenbewegungen im Lande melden und kleine Gefechte selbst führen, bis die Landesherren ausreichend Truppen zum Kampf verfügbar hatten.

Von Daniel Rühle

So einen Handstreich auf die Burg Cochem entdeckte ein Burgknecht, der an einem Weißen Sonntag auf die Höhe in das Dorf Faid ritt, um seine Liebste zu besuchen. Er entdeckte bewaffnetes fremdes Volk und erfuhr von einem geplanten Angriff auf die Burg Cochem. Der Knecht galoppierte schnurstracks zur Burg zurück und schlug Alarm. Die Burgmannen rüsteten zur Verteidigung. Als am nächsten Morgen der Haufen die Burg angriff, holte er sich blutige Köpfe und zog eiligst ab.

Der Burgherr war seinen Mannen dankbar für ihre Wachsamkeit und Tapferkeit, gab dienstfrei und bestimmte den Montag nach dem Weißen Sonntag für Burg und Stadt zu einem Feiertag für alle Zeit. Seit damals ziehen die Cochemer Bürger mit Körben voller Essen und Krügen voller Wein zu einer Wiese namens „Knipp“ oberhalb der Burg, wo sich die Angreifer bereitgestellt hatten. Sie trinken, essen, singen, sind lustig und das junge Volk holt nach, worauf der Burgknecht und seine Liebste damals in Faid verzichten mussten. Sie feiern fortan den Knippmontag. drü