Archivierter Artikel vom 08.03.2016, 22:05 Uhr

Die AfD in Rheinland-Pfalz: Eine ehemalige Splitterpartei auf dem Weg in den Landtag?

Die Alternative für Deutschland (AfD) gewinnt in Rheinland-Pfalz immer mehr Zuspruch. Die rasante Entwicklung der Partei:

Zäsur in Essen: Bernd Lucke und Frauke Petry beim Bundesparteitag

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Neuer AfD-Chef: Uwe Junge und der Landesvorstand in Bingen

Anti-AfD-Demo: Koblenzer protestieren gegen Junges Auftritt .

Sascha Ditscher

9. April 2013:

In Mainz gründet sich der rheinland-pfälzische Landesverband der AfD. Die Veranstaltung hat 113 Teilnehmer. Uwe Junge, aktueller Chef des Landesverbandes, tritt am 19. April in die Partei ein.

25. Mai 2014:

Die AfD erringt bei der rheinland-pfälzischen Kommunalwahl 3 Prozent der Stimmen und zieht unter anderem in den Koblenzer Stadtrat ein, in die Kreistage Ahrweiler, Mayen-Koblenz und Rhein-Lahn.

4. bis 5. Juli 2015:

Bernd Lucke oder Frauke Petry? Wirtschaftsliberaler oder nationalkonservativer Kurs? Darüber haben die AfD-Delegierten in Essen auf dem Bundesparteitag vom 4. bis 5. Juli 2015 abzustimmen. Sie entscheiden sich mit 60 Prozent der Stimmen für Petry als neue Parteichefin und damit für einen nationalkonservativen Kurs.

25. Juli 2015:

Uwe Junge wird beim Landesparteitag in Bingen ohne Gegenkandidaten mit 90 Prozent der Stimmen zum AfD-Chef gewählt. Zwei Tage zuvor kam die AfD im Land bei einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap auf 3 Prozent. Den Teilnehmern wurde die sogenannte Sonntagsfrage gestellt: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre?

Winter und Frühjahr 2016

AfD-Chef Junge spricht auf gut besuchten Wahlkampfveranstaltungen. Vielerorts organisieren AfD-Gegner dagegen Demonstrationen, unter anderem in Mainz, Koblenz und Bad Kreuznach.

29. Februar 2016

Im Land hängen plötzlich Plakate, die mit dem Slogan „Köln – Stuttgart – Hamburg … Mehr Sicherheit für unsere Frauen und Töchter“ für die AfD werben. Junge behauptet, er weiß nicht, wer sie bezahlt. Es steht der Vorwurf illegaler Parteienfinanzierung im Raum.

3. März 2016

Die AfD kommt bei der Sonntagsfrage auf 9 Prozent, würde damit in den Landtag einziehen.

haw