Das sagen die Fraktionen, die stimmberechtigte Mitglieder im Schulträgerausschuss sind: „Antrag der CDU rauschte durch bereits offene Türen“

Dass das Wohl der Kinder von Anfang an im Mittelpunkt stand, heben auch die anderen Fraktionen, die stimmberechtigtes Mitglied im Schulträgerausschuss sind, hervor. „Darüber herrschte immer Einigkeit“, war die einhellige Meinung. Allerdings gehen bei der Vorgehensweise einiger Fraktionen die Meinungen deutlich auseinander.

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So teilt Manfred Klaßen (SPD-Fraktion) auf Anfrage mit, dass die SPD-Fraktion immer der Auffassung gewesen sei, dass das Thema der Lufthygiene in den Grundschulklassen nicht als Wahlkampfthema missbraucht werden sollte. Vor allem, weil zwischen den Fraktionen im VG-Rat von Anfang an keine gegensätzlichen Auffassungen, das auch im Verhältnis zur Verwaltung, vertreten wurden. „Es bedurfte hierzu weder eines Antrages der CDU noch der FDP. Von Anfang an waren alle im Rat vertretenen Parteien und Gruppen der Auffassung, dass Lösungen zu finden waren, die einerseits auch wirtschaftlich, praktisch durchführbar und für die Raumhygiene sinnvoll sein sollten“, schreibt er. So habe er zum Beispiel ganz zu Beginn auf das Mainzer Modell hingewiesen und es für sinnvoll erachtet. Allerdings wollte er sich auch anderen Lösungen nicht verschließen. Die Verwaltung wurde beauftragt, sich über die Wirkungsweise, Effizienz und die Kosten der in Boppard angeschafften Anlagen zu informieren. „Es stellte sich heraus, dass die Effizienz fraglich, die Kosten hoch und die Filter nur mit Fachpersonal zu wechseln gewesen wäre“, so Klaßen. „Seitens Mehrzahl der Schulen wurden auch keine Maßnahmen begehrt, da stets das Lüften im Abstand von 20 Minuten beibehalten werden musste.“ Der VG-Rat entschied sich dann, das von der Dr.-Kurt-Schöllhammer-Schule beziehungsweise den Eltern dieser Schule begehrte Mainzer Modell zu unterstützen. „Festzustellen war allerdings, dass dieses von den anderen Schulen eher nicht erwünscht war, da man zweifelte, Eigenleistung erbringen zu können oder auch neben noch anderen Gründen der Auffassung war, Lüftung reiche aus.“ (...) Zuletzt wurde dann beschlossen, den Bedarf von UV-Anlagen festzustellen und als Lösung zu bevorzugen. Hier hebt Klaßen die Summe von 160.000 Euro hervor, die für die Anlagen nötig wäre – eine Summe, die im Haushalt nicht vorgesehen ist. Zuguterletzt stellt er klar: „Alle bisherigen Entscheidungen wurden bisher nicht nur einvernehmlich im Rat, sondern auch im Einvernehmen mit den Schulen und der Verwaltung getroffen. Der Antrag der CDU rauschte also durch bereits offene Türen, der der FDP wurde durch diese im Hinblick auf das gemeinsame Vorgehen nicht mehr zu Abstimmung gestellt.“ Dieser Stellungnahme von Manfred Klaßen schließen sich Alexandra Erikson (Linke) und Peter Mumbauer (Freie Wähler) an. „Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich würde das sofort so unterschreiben“, sagt Mumbauer.

Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im VG-Rat Simmern/Rheinböllen teilt Willi Bohn zum Thema „Lufthygiene“ mit: „Zu diesem Thema fand eine ausführliche Diskussion statt, die letztendlich dazu führte, dass ein UV-C-System, also eine Luftsterilisationslösung anstelle einer Entlüftungsanlage mehrheitlich gewünscht wurde und die Verwaltung mit einer Ausschreibung beauftragt werden sollte.“ Da es sich hierbei lediglich um eine Empfehlung für einen möglichen VG-Ratsbeschluss (Sitzung am 8. Juni) handelt, so Bohn, sei wertvolle Zeit verschwendet worden. Für die Grünen wäre die Anschaffung von mobilen Raumluftreinigern optimal. Aber: „Nach unserer Auffassung ist aber die Beschaffung von Raumluftreinigern in diesem Jahr nicht mehr möglich.“ Das liege unter anderem an der Beantragung von Zuschüssen, der Ausschreibung, der Bestellung, der Lieferung. Kurzum: Es würde zu lange dauern. „Dies würde bedeuten, dass unseren Kindern wieder ein kalter Herbst/Winter mit reiner Fensterlüftung bevorstehen würde.“ Daher würden die Grünen die Anschaffung der vom Max-Planck-Institut empfohlenen Geräte der Firma Schepp aus Dichtelbach bevorzugen. Diese könnten in den Sommerferien eingebaut werden, wären eine begrenzte Zeit (circa drei Jahre) haltbar und würden unseren Kindern eine schnelle geregelte Schulpräsenz ermöglichen, erklärt Bohn. Danach könnten diese durch mobile Raumluftreiniger ersetzt werden. „Warum unsere VG gegenüber anderen in unserer Region wie VG Stromberg-Langenlonsheim, Rüdesheim oder der Stadt Mainz heblich hinterherhinkt, erschließt sich uns nicht“, sagt Bohn. „Wir sollten nicht immer alles zerreden, sondern endlich handeln!“

Archivierter Artikel vom 21.05.2021, 13:26 Uhr