Archivierter Artikel vom 14.02.2018, 10:56 Uhr

Das passiert während und nach der Diagnose des Hirntods

Liegt ein Patient mit einem irreversiblen Hirnfunktionsausfall auf der Intensivstation, kommt er grundsätzlich für eine Organspende infrage. Den Hirntod müssen zwei Mediziner unabhängig voneinander diagnostizieren. Seit 2015 muss einer von ihnen Neurologe oder Neurochirurg sein, der andere eine langjährige Erfahrung bei schwersthirngeschädigten Patienten mitbringen.

Bei Kindern wird ein Kinderarzt hinzugezogen. Häufig wird als Zusatzdiagnostik ein Angio-CT oder ein EEG gemacht. Zeitgleich wird die DSO kontaktiert, und es erfolgen Gespräche mit den Angehörigen, um, liegt kein Organspendeausweis vor, herauszufinden, was der Patient gewollt hätte. Die DSO ihrerseits setzt sich mit Euro-Transplant in Verbindung. Dort wird ein Empfänger nach Dringlichkeit und Erfolgsaussicht ausgewählt. Sobald ein Organ vermittelt ist, kommt ein Team des jeweiligen Organzentrums ins Krankenhaus, das für die OP verantwortlich zeichnet. Das Marienhaus-Klinikum St. Elisabeth stellt lediglich das Anesthäsie- und OP-Pflegeteam, wobei alle auf freiwilliger Basis agieren. Ist ein Organ entnommen, muss es danach schnell gehen, denn die Lebensdauer ist je nach Chemietoleranz unterschiedlich. Dr. Johannes Rasbach zufolge hat das Herz mit drei Stunden das kleinste Zeitfenster, die Niere mit rund zwölf Stunden das größte.