Archivierter Artikel vom 11.09.2018, 15:21 Uhr

Das Eigenheim als Geldanlage?

Wer sein eigenes Häuschen baut, betreibt Altersvorsorge: Später miet- und schuldenfrei zu wohnen, macht einen erklecklichen Teil der Rente frei für andere Ausgaben, etwa fürs lang ersehnte Reisen. Als Geldanlage taugt die selbst genutzte Immobilie aber nur bedingt. Ein Rechenbeispiel: Die Familie (der Vater ist 35) baut für 300.000 Euro, sie bringt 100.000 Euro Eigenkapital ein.

200.000 Euro finanziert die Bank, üblicherweise mit einem Annuitätendarlehen. Nehmen wir an, der Hausbauer bezahlt über die ganze Laufzeit hinweg 2,5 Prozent Zinsen und eine monatliche Rate von rund 800 Euro. Dann ist das Darlehen nach 29 Jahren getilgt, also rechtzeitig vor dem Renteneintritt. Allerdings haben die stolzen Eigenheimbesitzer über die gesamte Laufzeit auch gut 81.000 Euro Zinsen gezahlt. Anders ausgedrückt: Der Wert des Hauses müsste auf mehr als 381.000 Euro gestiegen sein, damit die „Geldanlage“ eine Rendite abwirft – da müssen Lage und Zustand der Immobilie schon gut sein. Hinzu kommt: Durch die Inflation über viele Jahre ist der Geldbetrag deutlich weniger wert als früher. hil