Archivierter Artikel vom 14.08.2013, 10:52 Uhr

Chronik: Stationen des Widerstandes

Februar 1982: In den Medien wird über drei Standorte für eine WAA in Rheinland-Pfalz diskutiert: Saarburg, Meisenheim und nördlich von Cochem. 70 Bürger aus Cochem und Umgebung gründen die erste Bürgerinitiative.

13. März 1982: Die DWK gibt bekannt, dass Hambuch/Illerich als Standort für eine rheinland-pfälzische WAA ausgesucht wurde.

14. März 1982: Erste Protestveranstaltung auf dem Marktplatz in Kaisersesch.

19. März 1982: Erste Informationsveranstaltungen der DWK in Illerich und anderen Dörfern, begleitet von starken Protesten.

27. März 1982: Gemeinsame Sondersitzung von Kreistag und Verbandsgemeinderat Kaisersesch. Entschließung wird vertagt. Vorher haben sich bereits die Gemeinden Illerich und Pommern einstimmig gegen eine WAA ausgesprochen. Auch die SPD lehnt eine WAA ab.

6. April 1982: Es gibt bereits zehn Bürgerinitiativen gegen die WAA. Weitere Gemeinderäte lehnen die WAA ab, zu den BI-Veranstaltungen kommen mehrere Hundert Menschen.

1. Mai 1982: Bei der Brückeneinweihung in Cochem gibt es eine spontane Demonstration gegen die WAA Hambuch/Illerich. DWK-Infobus muss von der Polizei in Landkern befreit werden, da mehr als 100 Personen das Fahrzeug und die Straßen blockieren.

16. Mai 1982: Sternwanderung zum geplanten WAA-Standort mit mehr als 4000 Teilnehmern.

15. bis 17. Mai 1982: Kommunalpolitiker aus dem Kreis besuchen gemeinsam mit der Landesregierung französische WAA in La Hague.

25. Mai 1982: Der Kreistag lehnt einstimmig die geplante WAA bei Hambuch und Illerich ab und fordert sofortige Einstellung der Planungen. Fast alle Gemeinderäte in der Eifel- und Moselregion des Kreises haben mittlerweile die Anlage abgelehnt.

15. Juli 1982: Die DWK beantragt bei der rheinland-pfälzischen Regierung den Bau der WAA in Hambuch Illerich.

22. Juli 1982: Die Rheinland-Pfalz-Rundfahrt wäre beinahe geplatzt, weil WAA-Gegner die Straßen gesperrt haben.

24. Juli 1982: Großdemonstration der Bürgerinitiativen in Cochem mit mehr als 8000 Teilnehmern. Die Arbeitsgemeinschaft Sichere Energieversorgung in Neuwied bezeichnet Proteste als Angstmacherei. Ministerpräsident Bernhard Vogel sichert die Prüfung aller kritischen Punkte zu.

2. September 1982: Unbekannte schleudern einen Molotowcocktail ins DWK-Büro in Kaisersesch. Die BI Kaisersesch verurteilt den Anschlag.

September 1982: DWK stellt bei der Landesregierung Antrag für ein raumplanerisches Verfahren.

4. September 1982: 5000 WAA-Gegner fordern in Kaisersesch bei einer Demonstration einen Planungsstopp.

24. September 1982: Ministerpräsident Vogel bereist den Kreis Cochem-Zell. Auch in der CDU wird der Widerstand lauter. JU Rheinland-Pfalz will bei CDU-Landesparteitag aktiv werden. DGB und Fremdenverkehrsverbände sprechen sich gegen die WAA aus.

Anfang November 1982: Die DWK teilt mit, dass sie eine WAA nicht in der Eifel, sondern in Schwandorf/Wackersdorf (Bayern) bauen will. Für die CDU ist die WAA damit vom Tisch. Die BIs befürchten ein Täuschungsmanöver.

17. November 1982: WAA-Gegner gründen in Illerich den Kreisverband Cochem-Zell der Grünen.

29. November 1982: Die DWK zieht ihren Antrag für ein raumplanerisches Verfahren zurück.

Anfang Dezember 1982: Erste Bürgerinitiativen stellen ihre Arbeit ein. Kurz vor Weihnachten erklärt Ministerpräsident Vogel in Bullay, die WAA in der Eifel sei endgültig vom Tisch. dj