Archivierter Artikel vom 24.08.2020, 14:47 Uhr

Ausnahmesituation Großbrand in der Diezer Recyclingfirma Uriel

Der Brand in der Recyclingfirma Uriel im Juni stellte für die Einsatzkräfte eine besondere Herausforderung dar. Dabei setzte die Feuerwehr ein Pumpensystem des Landes Rheinland-Pfalz ein. Eine Komponente davon ist bei der Berufsfeuerwehr Koblenz stationiert.

Die baute im Einsatzverlauf eine Wasserversorgung von der Lahn aus auf und förderte damit circa 14.500 Kubikmeter Wasser. Weiter nahm die Feuerwehr Diez-Freiendiez direkt zu Beginn des Einsatzes auch ein offenes Becken der Wasserwerke in der Nähe der Firma Kaiser Backform in Betrieb, die gegenüber des Geländes Uriel liegt.

Um für den Einsatz gerüstet zu sein, werden im Diezer Industriegebiet rund 1 Million Liter Löschwasser in Zisternen oder Regenrückhaltebecken zusätzlich zum Hydrantennetz vorgehalten. Weiter erfolgte eine Löschwasserentnahme aus dem öffentlichen Trinkwassernetz. Andere Löschmittel, im Fall von Uriel wäre nur Löschschaum infrage gekommen, würden über das Konzept Schaummittelreserve des Rhein-Lahn-Kreises zusammengezogen. Es kamen aber nur geringe Mengen an fluorfreiem und biologisch abbaubarem Schaummittel zum Einsatz.

„Der Einsatz in Diez war ein Ereignis, das ein Feuerwehrangehöriger in seiner Laufbahn meistens nur einmal erlebt. Neben dem Hydrantennetz und dem Pendelverkehr durch Wasser führende Feuerwehrfahrzeuge wurde die enorme Wasserversorgung aus der Lahn entnommen“, schildert Mack. Der Wehrleiter der VG Diez und Einsatzleiter Marcus Grün hatte dabei zusätzlich auf Einsatzkräfte aus dem gesamten Rhein-Lahn-Kreis zurückgegriffen.

Außerdem wurden weitere Löschmittel aus dem Kreis nach Diez verlegt. „Schadensereignisse in dieser Größenordnung und der daraus resultierenden Dauer können Feuerwehren nur gemeinsam abarbeiten. Hier zeigt sich wieder, wie wichtig das Ehrenamt in der Feuerwehr ist“, so Johannes Mack abschließend. up