Archivierter Artikel vom 08.02.2018, 15:27 Uhr

An Fastnachtsdienstag wird im Dorf so manches Haus gestürmt

Bevor der Strohbär an Fastnachtsdienstag zu seiner Runde durch Dienstweiler aufbrechen kann, muss er eine aufwendige Prozedur über sich ergehen lassen, und es sind zur Vorbereitung auch einige Helfer nötig. Schon um 10 Uhr trifft sich das Strohbärenteam, dabei handelt es sich um Männer aus dem Dorf, auf dem Hof von Walter Finck zum Wickeln der einzelnen sechs bis sieben Meter langen Strohseile, aus denen das Kostüm entsteht. Ab 13 Uhr steht dann die Person, die als Strohbär fungiert, im Mittelpunkt des Geschehens. Die einzelnen Bänder werden um Beine, Oberkörper, Arme und Kopf gebunden, sodass eine massive Gestalt entsteht. Zum Schluss wird noch das obligatorische Stummelschwänzchen montiert und der Figur eine Eisenkette angelegt.

Nach der Zähmung durch den Führer startet um etwa 14 Uhr der Umzug mit den Dorfbewohnern. An den Haustüren werden Eier, Speck, Geld oder Spirituosen gesammelt, wobei es mitunter vorkommen kann, dass der Besitzer vermeintlich die Herausgabe der kleinen Gaben verweigert. Dann folgt die Strafe auf dem Fuß: Denn Strohbär samt Gefolge stürmen dann unverzüglich das Haus, um ihre Rechte geltend zu machen. Gegen Abend endet der Umzug im Gemeindehaus. Während drinnen die gesammelten Naturalien verzehrt werden, darf sich draußen der Strohbär seiner Last entledigen: Das Gewand wird von seinem Führer verbrannt. ax