Koblenz

Neuer Podcast zum Feiern in Koblenz: Wie sexistisch ist die Clubkultur wirklich?

Sexismusdebatte in Koblenz: Studierende wollen nicht mehr im Club Agostea feiern – wir sprechen mit Betroffenen, Clubbetreibern und DJs – jetzt anhören!

Von Finn Holitzka, Annika Wilhelm
Lesezeit: 2 Minuten
Studentin Marie war als Jugendliche oft im Agostea – heute spricht sie von „Gruppenzwang”, „Fleischbeschauung” und Unwohlsein, wenn sie über den Club redet.
Studentin Marie war als Jugendliche oft im Agostea – heute spricht sie von „Gruppenzwang”, „Fleischbeschauung” und Unwohlsein, wenn sie über den Club redet.
Foto: Annika Wilhelm

In Koblenz ist eine Sexismusdebatte entbrannt: Der Asta der Uni will seine Studierenden nicht mehr in die Großraumdisco Agostea schicken, weil man mit deren Werbung nach dem Motto „Sex sells” nicht einverstanden ist. Damit beschäftigen wir uns in der neuen Folge unseres Podcasts RZInside (Jetzt anhören).

Die Betreiber halten die Kritik dagegen für „Quatsch”. Eine Recherche zwischen verhärteten Fronten, die eine weitaus größere Frage aufwirft: Geht das in Koblenz überhaupt – Partys, bei denen sich alle wohl fühlen?

Hintergrund: Als der Asta der Uni Koblenz, also das gewählte Gremium von rund 8000 Koblenzer Studierenden, kürzlich öffentlich machte, nicht mehr mit der Großraumdisco Agostea zusammenarbeiten zu wollen, flammte eine Debatte um das Nachtleben in der Stadt neu auf. Immer wieder war das Agostea, einer der bekanntesten Clubs der Stadt, in der Vergangenheit mit Werbung und Aktionen in den öffentlichen Blick geraten, die von vielen als sexistisch empfunden wurden: „Zeig dem DJ deine Brüste für ein Freigetränk” beispielsweise.

Im Nachtleben gehören Ausgelassenheit und Flirts für viele dazu – dabei sollten aber stets die Grenzen aller beteiligten gewahrt werden. Was tun Clubbetreiber in Koblenz dafür, damit das bei ihren Partys gelingt?
Im Nachtleben gehören Ausgelassenheit und Flirts für viele dazu – dabei sollten aber stets die Grenzen aller beteiligten gewahrt werden. Was tun Clubbetreiber in Koblenz dafür, damit das bei ihren Partys gelingt?
Foto: Michael Discenza/Unsplash

Vollkommen harmlos und eigentlich nur als spaßige Provokation gemeint, sagen die Verantwortlichen der Disco, die sich auch immer wieder an Minderjährige richtet. Die Kritik an ihrem Marketing sehen sie als überzogen und kleinlich an. Und der Publikumserfolg scheint ihnen recht zu geben. Bis zu 1800 Gäste feiern nach eigenen Angaben bei den Partys dort – für viele junge Menschen in der Region ist es die erste Berührung mit dem Nachtleben und der Clubkultur überhaupt. So prägt das Agostea auch das Image von Koblenz mit.

Asta vs. Agostea – klar ist: Jeder sollte da feiern, wo es einem selbst am meisten Spaß macht. Doch die angestoßene Debatte erscheint noch weitaus größer und wichtiger für eine Uni-Stadt wie Koblenz, die darum buhlt, dass junge Menschen sich hier wohl fühlen und möglichst lange bleiben.

Agostea-Betriebsleiter Daniel Schug kann mit der Kritik an seiner Disco nichts anfangen: „Das ist einfach nur ein Gag, mehr ist das nicht”, sagt er. Das Agostea soll ein Club für Jedermann sein.
Agostea-Betriebsleiter Daniel Schug kann mit der Kritik an seiner Disco nichts anfangen: „Das ist einfach nur ein Gag, mehr ist das nicht”, sagt er. Das Agostea soll ein Club für Jedermann sein.
Foto: Annika Wilhelm

Wo kann man in Koblenz sicher feiern gehen? Wie müssen Partys sein, damit insbesondere Frauen sich dort wohl fühlen? Und wie sexistisch ist die Koblenzer Clubszene wirklich? Die Podcast-Reporter Annika Wilhelm und Finn Holitzka von RZInside sprechen in dieser Folge mit Clubbetreibern (Agostea, Circus Maximus, Druckluftkammer), einem DJ, sowie Studentinnen aus Koblenz, die sagen: Wir wollen uns nicht länger wie ein Objekt fühlen, wenn wir tanzen gehen.

RZInside gibt es kostenfrei auf allen gängigen Portalen wie Spotify, Apple Podcasts und Co. – oder einfach und unkompliziert direkt hier im Webplayer:

Archivierter Artikel vom 19.12.2022, 17:00 Uhr