Archivierter Artikel vom 11.11.2015, 18:02 Uhr
Rhein-Hunsrück

Aktion „Helft uns Leben“: Mutter und Kind sollen wieder lachen

Von Zeit zu Zeit weiß sie keinen anderen Ausweg, als die Mutter Gottes um Hilfe zu bitten. Das macht Heike Bender (Name von der Redaktion geändert) allein. „Ich habe meinen Ort, den ich dann aufsuche, wenn ich nicht mehr weiter weiß“, erzählt sie im Gespräch mit Manuela Lewentz-Twer, der stellvertretenden Vorsitzenden von HELFT UNS LEBEN, der Hilfsaktion unserer Zeitung, und deren Geschäftsführer Hans Kary.

Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary vom Verein HELFT UNS LEBEN zeigen das Bild, das das siebenjährige Kind für die Mama gemalt hat, damit diese wieder fröhlich wird. Jetzt bekam die Alleinerziehende Unterstützung durch die Hilfsaktion unserer Leser. Foto: Werner Dupuis
Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary vom Verein HELFT UNS LEBEN zeigen das Bild, das das siebenjährige Kind für die Mama gemalt hat, damit diese wieder fröhlich wird. Jetzt bekam die Alleinerziehende Unterstützung durch die Hilfsaktion unserer Leser.
Foto: Werner Dupuis

„Ich komme dann gestärkt zurück und habe wieder Kraft, weiterzumachen und nicht aufzugeben“, sagt die 42-Jährige alleinerziehende Frau aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis.

Ein kürzlicher Aufruf von HELFT UNS LEBEN zielte darauf ab, der Mutter eine Arbeitsstelle zu vermitteln, damit diese selbstständig für ihr siebenjähriges Kind sorgen kann. Das ist ihr größter Wunsch. Als Einzelhandelskauffrau mit Kenntnissen in EDV und Buchführung verfügt sie über eine gute berufliche Qualifikation.

Am liebsten wäre ihr natürlich eine Tätigkeit, die es ihr erlaubt, auch weiterhin für ihr Kind da zu sein, etwa von zu Hause aus. Auf den Aufruf unserer Zeitung meldete sich das Jobcenter bei HELFT UNS LEBEN, das um nähere Informationen bat, um zu prüfen, ob für die Alleinerziehende möglicherweise Fördermittel bewilligt werden können, die einem Arbeitgeber, der die Langzeitarbeitslose einstellt, zugute kämen. Voraussetzungen für eine solche Förderung sind, dass der Arbeitnehmer mindestens seit 24 Monaten arbeitslos und mindestens 35 Jahre alt ist. In dem Fall würden 18 Monate gefördert, das heißt, 60 Prozent der Kosten würden über den Europäischen Sozialfonds übernommen.

Zunächst gab es für Heike Bender aber eine andere Förderung. Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary besuchten die 42-Jährige nicht mit leeren Händen. Neben einem Scheck aus dem Spendentopf von HELFT UNS LEBEN hatten sie Einkaufsgutscheine dabei, die der Frau gerade auch vor dem nahenden Weihnachtsfest weiterhelfen werden. Für das Textilhaus Messerich und im Schuhhaus Linn in Simmern erhielt sie Einkaufsgutscheine. Und im Autohaus im Hunsrück gibt's einen Satz Reifen fürs Auto.

„Besonders gefreut hat mich auch die Zuschrift einer Leserin“, erzählt Manuela Lewentz-Twer: „Die Frau möchte dem Kind ein Weihnachtsgeschenk im Wert von 70 Euro machen.“

Das war zu viel auf einmal für die Mutter. Von solcher Hilfsbereitschaft sichtlich ergriffen, kamen ihr die Tränen: „Es gibt noch Menschen, die Mitmenschlichkeit zeigen. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Vielen, vielen Dank.“

Dass die Mama nicht immer fröhlich ist, spürt auch das siebenjährige Kind. Es muss ohne Vater aufwachsen, denn dieser ist vor sechs Jahren plötzlich verstorben ist. Und dann starb wenig später auch noch die Oma, was die Lebenssituation für Mutter und Kind zusätzlich belastet – sowohl im Alltag als auch emotional. Manchmal greift das Kind zu seinem Spielzeughandy und telefoniert mit Papa und Oma im Himmel.

Beide, Mutter und Kind, müssen mit dem Verlust leben und den Alltag trotzdem bewältigen. Der Mutter gelingt das den Umständen entsprechend gut. Ihr Kind besucht die Grundschule und kommt im Unterricht voran. Die nach einem Unfall gehbehinderte Heike Bender ist stark, sonst hätte sie vielleicht schon aufgegeben. Und sie will es schaffen, trotz der Schicksalsschläge, die ihr Leben innerhalb eines kurzen Zeitraums total umkrempelten. „Aber manchmal verliere ich meinen Lebensmut, es fehlt mir dann einfach die Kraft“, sagt sie.

Manuela Lewentz-Twer und Hans Kary erkennen im Gespräch mit der Mutter, dass sie ihr Schicksal meistern will: „Sie sind eine starke Frau, sie haben durchgehalten. Ich glaube, Sie brauchen nur etwas Anschub, um endlich wieder auf die Beine zu kommen und selbstständig das eigene Leben zu meistern“, spricht Manuela Lewentz-Twer der verzweifelten Frau Mut zu. „Wir bleiben am Ball und unterstützen Sie“, verspricht Hans Kary. Ein dankbares Lächeln huscht über Heike Benders Gesicht, und sie holt ein Bild hervor, dass ihr Kind gemalt hat, als es seine Mutter wieder einmal traurig erlebt hat. „Mama, ich möchte, dass Du wieder fröhlich wirst und lachen kannst“, lauteten seine Worte, als es das Bild der Mama überreichte. Solche kleinen Mutmacher helfen. tor

Kontakt zu unserer Leseraktion HELFT UNS LEBEN: Telefon 0261/892 287, E-Mail: hul@rhein-zeitung.net