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    Von Lyon bis Avignon: Mit dem Schiff unterwegs

    Wie Gott in Frankreich: Unsere Reporterin Sarah Kern erlebte kulinarische Hochgenüsse und atemberaubende Landschaften.

    Wer mit der „A-Rosa Luna“ in Frankreich auf Rhône und Saône unterwegs ist, macht auch einen Stopp in der Region Rhône-Alpes an der wunderbaren Ardèche. Der Fluss ist bekannt für Wasser- und Alpinsport und bietet Kajakerlebnisse der besonderen Art.
    Wer mit der „A-Rosa Luna“ in Frankreich auf Rhône und Saône unterwegs ist, macht auch einen Stopp in der Region Rhône-Alpes an der wunderbaren Ardèche. Der Fluss ist bekannt für Wasser- und Alpinsport und bietet Kajakerlebnisse der besonderen Art.
    Foto: Sarah Kern

    Von unserer Reporterin Sarah Kern

    Auf dem Hügel, weit über der Stadt, erhebt sich die Altstadt. Wie die Dächer einer trutzigen Festung ragen die spitzen Türme der weißen Kathedrale Saint-Jean - eines der ältesten Wahrzeichen Lyons - in den blauen Himmel. Die Altstadt der nach Paris und Marseille drittgrößten französischen Metropole (eine halbe Million Einwohner) im Südosten Frankreichs ist ein Teil des Weltkulturerbes. Um dorthin zu kommen, schlendert man durch Gassen und Straßen im typisch französischen Flair, gesäumt von opulenten Jahrhundertwende-Altbauten mit grauen Fensterläden. Die Sonne brennt, in den Brasserien rechts und links der großen Einkaufsalleen sitzen die Menschen im Schatten. Chic gekleidet warten sie auf das Mittagessen an einem Samstagnachmittag.

    Französische Wortfetzen fliegen durch die Luft, Weißwein steht auf schlanken Tischen. Mathieu Viannay, seit 2008 Herrscher über Küche und Herd im Restaurant "La Mère Brazier" im Herzen Lyons, erklärt: "Die Lyoner Gastronomie genießt einen guten Ruf. Die Vielfalt der traditionellen Küche findet in der seltenen Kombination aus Alpennähe und schiffbarem Zugang zum Mittelmeer ihren Ursprung. Nördlich der Stadt liegt das Weinbaugebiet Beaujolais, südlich der Stadt schließt sich die Côte du Rhône an." Viannay, weißer Kochkittel, grau-meliertes Haar und ein sympathisches Lachen, kann die Eigenheiten der Lyoner Küche zusammenfassen: "Wir nehmen die großen Klassiker und wandeln sie ab, machen sie zeitgenössischer." Beispiele für solche modernisierten Gerichte sind die Poularde de Bresse Demi-Deuil (pochiertes Masthühnchen mit Trüffeln und Gemüse), die Artischocken mit Foie gras, die Pastete im Teigmantel. "Dann arbeiten wir mit regionalen Produkten der Saison."

    Dass die Franzosen gern und gut essen, sieht man an diesem heißen Samstagnachmittag in der Lyoner Innenstadt. Und die typischen Lyoner kann man in "Halles Paul Bocuse" treffen, sagt der Koch. Bocuse ist ein Kind Lyons, er gilt als einer der besten Köche des 20. Jahrhunderts. Sein Restaurant "L’ Auberge du Pont de Collonges" (auch "Halles Paul Bocuse" genannt) wird seit 1965 ohne Unterbrechung mit drei Michelinsternen ausgezeichnet. Seine Restaurantschule "Institute de Paul Bocuse" liegt mitten in der Stadt in einem schlichten Eckhaus. 13 000 Euro kostet ein Lehrjahr hier, der Beruf gilt noch immer als Männerdomäne.

    Wir gehen an Bord der "A-Rosa Luna". Über die Saône, einen Nebenfluss der Rhône, gelangen wir am nächsten Tag in das Weinanbaugebiet Burgund. In Chalon-sur-Saône, nach Dijon die zweitgrößte Stadt der Region, gehen wir an Land. Die Stadt liegt am Ufer der Saône und am Endpunkt des Kanal du Center und ist sozusagen Markt und mit seinem Flusshafen auch die Verladestation für das Getreide und die regionalen Weine, die den Fluss hinunter transportiert werden sollen. Mit dem Fahrrad fahren wir 50 Kilometer über eine üppige Naturlandschaft hinweg, die vor ungebändigter Schönheit nur so strotzt. Dunkelgrüne Weinberge, dazwischen Wiesen mit tiefrotem Klatschmohn und Getreide, das im Wind sanft hin und her wippt. Und immer wieder herrschaftliche Weingüter, die vom Reichtum des Burgunds erzählen. In der französischen Weinregion Burgund befinden sich einige der berühmtesten Weinberge der Welt. Hier werden Rotweine aus der Rebsorte Pinot Noir sowie Weißweine aus den Rebsorten Chardonnay und Aligoté hergestellt. Ebenso Pinot Blanc. Und auch keine andere Region Frankreichs kann auf so viele Spitzenköche verweisen wie die Region Burgund. Gute Hausmannskost zu unschlagbaren Preisen gibt es auf rustikalen Bauernhöfen: pochierte Eier - Burgunder Art - und Forelle an Sauerampfer. Escargots de Bourgogne (Burgunder Schnecken mit Champignons), Flamusse aux Pommes (Apfelauflauf mit einer Biskuithaube) oder Fondue bourguignonne (Fondue mit Rinderfilet und diversen Soßen) sind nur einige der kulinarischen Spezialitäten des Burgunds. Essen und Trinken wie Gott in Frankreich eben. Am nächsten Tag sind wir in der Provence. Es ist deutlich wärmer, das Klima ist mediterran. Der Lavendel steht noch nicht in voller Blüte, aber die Landschaft, deutlich karger als im nördlich gelegenen Burgund, ist dennoch ein Fest für die Augen. Sanft schmiegen sich die Lavendelfelder in die hügelige Region, ein warmer Wind weht über den Lavendel, und man kann erahnen, wie wundervoll es sein muss, wenn die grenzenlos scheinenden Felder in voller, duftender Blüte stehen. In der Provence hat jede Gegend, ja sogar manche Stadt ihre Spezialität. Neben Köstlichkeiten wie Trüffel, Mandelkonfekt, kandierten Früchten, weißem Nugat, edlem Olivenöl, Olivenpastete (Tapenade) und Konfitüre ist natürlich der Lavendel das Markenzeichen der Region. Auch in der Hauptstadt Aix-en-Provence. Von den etwa 140 000 Einwohnern sind etwa 30 000 Studenten, dieser hohe Studentenanteil prägt neben dem mediterranen Klima das Bild der Stadt. Bei Umfragen in Frankreich landet Aix-en-Provence bei der Frage "Wo würden Sie am liebsten wohnen?" nach Paris auf zweiter Stelle. Nachvollziehbar. Aix-en-Provence ist eine besondere Mischung aus schmucker, recht traditionell geprägter Großstadt mit historischen Bauten, Plätzen und Alleen, wie dem Cours Mirabeau: die Prachtallee von Aix-en-Provence. Gleichzeitig präsentiert sich die Stadt alternativ, ungezwungen, modisch und jung.

    Aix-en-Provence ist berühmt für etwas Süßes: die Calissons d’Aix. Calissons sind keksartige Süßigkeiten, die wie ein Blütenblatt geformt sind und aus einem harten Teig mit Glasur bestehen. Der Teig wird aus gemahlenen Mandeln gemacht, kombiniert mit kandierten Früchten, und wird mit weißer Glasur verziert. Daraus entstehen sehr süße und frische Süßwaren.

    Nach Lyon, dem Burgund, der Provence, fährt die "Luna" weiter nach Avignon, dem südlichsten Zipfel der Reise über die Flüsse Rhône und Saône durch einen Teil der kulinarischen Landschaft Frankreichs. Da Avignon von 1309 bis 1423 Papstsitz war, trägt sie den Beinamen "Stadt der Päpste".

    Die Altstadt mit dem gotischen Papstpalast aus dem 14. Jahrhundert, der Bischofsanlage, dem Rocher-des-Doms und der berühmten Brücke, der Pont St. Bénézet, zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Avignon ist eine typisch südfranzösische Stadt mit schmalen Gassen, die mit Kopfsteinpflaster bedeckt sind, kleinen Boutiquen und vielen schmucken Restaurants, in denen es die Köstlichkeiten aus der Region zu genießen gibt. Die "echte" avignonesische Gastronomie ist typisch mediterran. Hier wird viel Olivenöl verwendet, ebenso Zwiebeln und viele frische Kräuter und Gewürze.

    Lebensmittel aus der Region, wie Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen), aber auch Gemüse wie Tomaten, Artischocken, Auberginen und Zucchini sind Bestandteile der provenzalischen Küche. Charakteristisch ist auch, dass das Getreide verwendet wird, das auf den weiten Feldern wächst, wie zum Beispiel Dinkel. Aber auch Gewürze wie Knoblauch und Thymian, die in den weitläufigen, mit Blumen umsäumten Gärten wachsen. In Avignon brennt die Sonne noch ein wenig heißer als in Lyon. Auf dem Markt duftet es nach Kräutern und gebratenem Fisch. "Die Reise von Lyon nach Avignon ist eine mit kulinarischen Hochgenüssen", hatte zu Beginn Spitzenkoch Mathieu Viannay in Lyon gesagt. Wie recht er hatte.

    Die "A-Rosa Luna" wird rasch ein Zuhause für die Flusskreuzfahrer, die sich zur Gourmetreise nach Frankreich aufmachen.
    Die "A-Rosa Luna" wird rasch ein Zuhause für die Flusskreuzfahrer, die sich zur Gourmetreise nach Frankreich aufmachen.
    Foto: Sarah Kern

    Wissenswertes für Reisende

    Anreise: Am besten bei der jeweiligen Reederei mitbuchen.

    Flusskreuzfahrten werden unter anderem von TransOcean, A-Rosa und Phoenix Reisen angeboten.

    Unsere fünf Ausflugstipps:
    Innenstadt von Lyon
    Restaurant Paul Bocuse
    Papstpalast Avignon
    Lavendelfelder in der Provence
    Aix-en-Provence

    Unsere Autorin ist mit dem Flusskreuzfahrtschiff „A-Rosa Luna“ von Lyon nach Avignon gereist. Diese Reise wurde unterstützt von A-Rosa.

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