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    Bayrischer Wald: Luchs, Wolf und Elch auf dem Vormarsch

    Kaum überrauschen mag, dass der Luchs gut 150 Jahre nach seiner Ausrottung mittlerweile im Bayerischen Wald wieder heimisch ist. Seit den 1990er-Jahren gehört der scheue Einzelgänger erneut zur bayerischen Tierwelt. Dass wir Menschen Luchse allerdings nur selten sehen, liegt vor allem an den zeitverschobenen Aktivitäten dieser Tiere. Luchse sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs, also in Zeiten, in denen wir Menschen meistens vor dem Fernseher sitzen oder schlafen. Außerdem sind die Wildkatzen dank ihrer hervorragenden Tarnung für uns nahezu unsichtbar.

    Während ein Elch gemächlich seines Weges zieht, hat der Wolf sein nächstes Beutetier schon im Visier.
    Während ein Elch gemächlich seines Weges zieht, hat der Wolf sein nächstes Beutetier schon im Visier.
    Foto: FNPBW

    Erstaunlich hingegen ist, dass der Bayerische Wald seit einigen Jahren auch als Elcherwartungsland gilt, das heißt, dass sich die imposanten Säugetiere dort ebenfalls langsam wieder ansiedeln. Friedrich Süß ist Waldführer im Nationalpark Bayerischer Wald und hat vor mehr als zehn Jahren seine Leidenschaft für die Großhirsche entdeckt. Er erklärt, was das Elcherwartungsland und speziell den Nationalpark Bayerischer Wald zu einem idealen Lebensraum für die imposanten Säuger macht.

    „Die Natur holt sich das, was ihr einmal genommen wurde, mit der Zeit auch wieder zurück – wenn man sie lässt“, sagt Süß. Getreu dem Motto des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“ rät er dazu, möglichst wenig in den normalen Kreislauf der Natur einzugreifen. So kämen dann auch die verschiedensten Tierarten, die vor Ort einmal heimisch waren, nach und nach wieder zurück in ihren alten Lebensraum.

    Während ein Elch gemächlich seines Weges zieht, hat der Wolf sein nächstes Beutetier schon im Visier.
    Während ein Elch gemächlich seines Weges zieht, hat der Wolf sein nächstes Beutetier schon im Visier.
    Foto: FNPBW

    Schon seit einigen Jahren ist man in der Gegend um den Nationalpark überglücklich, dass einige rar gewordene Tierarten nun wieder zu sehen sind. Dazu zählen neben dem Elch auch der Habichtskauz, der Dreizehenspecht oder auch der Steinadler.

    Durch die Waldflächen, das gute Gras und die jungen Triebe von einigen Lieblingsbäumen der Elche, zum Beispiel Pappeln und Espen, bietet die Gegend um den Nationalpark eine sehr gute Nahrungsquelle und einen ruhigen und sicheren Lebensraum für die Elche. Die selbstauslösenden Fotofallen, die es im Nationalpark eigentlich wegen der Luchse gibt, zeigen immer öfter nicht nur die größte Wildkatze oder die kräftigen Beine von Wanderern, sondern auch Elche. Aktuell sind es noch Einzelgänger, die in die Region kommen. Experten gehen aber davon aus, dass sich langsam, aber sicher wieder eine Elchpopulation aufbaut.

    Sehr anschaulich erklärt Gästeführer Hans Meier einer Besucherin, welche Tiere auf dem Freigelände (vielleicht) zu sehen sind.
    Sehr anschaulich erklärt Gästeführer Hans Meier einer Besucherin, welche Tiere auf dem Freigelände (vielleicht) zu sehen sind.
    Foto: Andreas Nitsch

    Hans Meier ist nicht so optimistisch. Der 74-Jährige führt die Gäste seit mehr als einem Jahr mehrmals die Woche durch das Tierfreigelände Neuschönau, direkt im Nationalpark gelegen. „Ich hab da so meine Zweifel“, sagt er. „Elche brauchen weite Wasserflächen, und die gibt es bei uns eher selten.“ Ihm hat es ein anderes Tier weitaus mehr angetan: der Wolf. Bei jedem seiner Rundgänge zeigt er seinen Gästen einen in Folie eingeschweißten Zeitungsausschnitt. Der Bericht beinhaltet ein Bild von einem frei lebenden Wolf, der im Nationalpark im Landkreis Regen ebenfalls von einer automatischen Kamera zur Wildtierbeobachtung aufgenommen wurde. Meier ist sich mit den Experten einig, wenn er sagt, der Wolf sei in Bayern wieder auf dem Vormarsch. Für diese These spricht, dass erst vor wenigen Wochen drei Wolfswelpen im Bayerischen Wald nachgewiesen wurden – nicht nur für Naturschützer eine Sensation. Es ist der erste Wolfsnachwuchs in Bayern seit rund 150 Jahren. Wo genau die Kamera dort stand, gab das Landesamt für Umwelt nicht bekannt. Wer nicht die Geduld aufbringt, den Tieren in freier Wildbahn nachzuspüren, und auch nicht auf die nächsten Bilder aus irgend einer Fotofalle warten möchte, kann die scheuen Wölfe, aber auch Luchse, Elche, Wisente und andere Tiere im Freigelände Neuschönau auf einem etwa sieben Kilometer langen Rundweg beobachten – wenn man Glück hat, denn Luchs, Wolf und Co. wollen oft nicht so, wie es sich die Gäste wünschen.

    Info unter: www.ferienregion-nationalpark.de

    Von unserem Redakteur Andreas Nitsch

    Aufmerksam beobachtet ein Luchs seine Umgebung.
    Aufmerksam beobachtet ein Luchs seine Umgebung.
    Foto: FNPBW

    Wissenswertes für Reisende

    Anreise: Direkte ICE/IC-Verbindungen bestehen etwa ab Dortmund, Köln, Frankfurt und Hamburg bis Plattling und Passau. Mit dem Auto über A 3 bis Deggendorf

    Zielgruppe: die ganze Familie Beste Reisezeit: Das ganze Jahr

    Unsere Ausflugstipps:

    • Baumwipfelpfad in Neuschönau: bis zu 25 Meter über dem Waldboden spazieren gehen und dann den 44 Meter hohen Baumturm besteigen – atemberaubend
    • Naturfreibad Spiegelau: jenseits von Kommerz, Erwachsene zahlen 1,30 Euro Eintritt, ein Weizenbier (0,5 Liter) kostet 1,80 Euro
    • Glasmuseum Frauenau: Tour durch Kulturgeschichte des Glases
    • Großer Arber: hochmarschieren oder mit der Seilbahn fahren
    • Steinklamm Spiegelau: wildromantisches Juwel für Wanderer

    Unser Autor hat übernachtet im Landhotel Tannenhof in Spiegelau. Diese Reise wurde unterstützt von der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald.

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