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Rheinland-Pfalz

600.000 Euro stehen bereit: Rot-Grün will Friedensakademie aufbauen

600.000 Euro aus dem Wissenschaftsetat ist es der rot-grünen Landesregierung wert, eine Friedensakademie Rheinland-Pfalz aufzubauen und alle friedenspolitisch engagierten Vereine und Organisationen im Land stärker zu vernetzen.

Ulrich Sarcinelli soll die Friedensakademie aufbauen.
Ulrich Sarcinelli soll die Friedensakademie aufbauen.
Foto: dpa

Von unserer Redakteurin Ursula Samary

Die Aufgabe, finanziert für 2014/15, übernimmt ein Trägerverein, an dessen Spitze der bekannte Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli und der frühere Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Dieter Schiffmann, stehen.

Die Grünen feiern die Vereinsgründung als "grünen Erfolg" der Koalitionsverhandlungen von 2011. Die Akademie in Landau soll, in enger Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau, "bewährte zivilgesellschaftliche Strategien der Krisenprävention und der zivilen Konfliktbearbeitung stärken und weiter entwickeln" sowie Personen qualifizieren, die mit Konflikt- und Gewaltpotenzial in der Gesellschaft konfrontiert sind, wie Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) zum Startschuss wissen ließ.

Die Grünen erhoffen sich, wie der Parlamentarische Geschäftsführer Nils Wiechmann betont, dass der Verein auch alle friedenspolitisch engagierten Vereine und Organisationen im Land stärker vernetzt. Zu den Gründungsmitgliedern zählen Richard Auernheimer und Friedel Grützmacher (Partnerschaftsvereine Ruanda und Givat Haviva), das Netzwerk für Demokratie, die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt, das Institut für Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktaustragung sowie Bildungsorganisationen aus dem Land und Professoren der Uni Landau.

Die CDU-Landtagsfraktion lehnt das Projekt ab, weil die 1996 vom Land gegründete Atlantische Akademie in Kaiserslautern wie auch die Landeszentrale für politische Bildung "bereits die Arbeit für ein Bruchteil des Geldes leisten", kritisiert Fraktionsvize Marlies Kohnle Gros. Mit Blick auf den Rotstift bei der Atlantischen Gesellschaft (30 000 Euro weniger) oder auch bei der Schwangerenkonfliktberatung (550 000 Euro weniger) hegt sie den Verdacht, "dass nur bewährte Strukturen zerschlagen werden sollen".

Bei der Frage, warum nach vielen Instituten und Akademien zur Friedensforschung in Deutschland auch Rheinland-Pfalz eine solche Akademie braucht, verweist Sarcinelli politisch korrekt auf "die politische Idee der Koalition". Es ist auch nicht seine Aufgabe, die Entscheidung des Gesetzgebers des Doppelhaushaltes 2014/15 "zu rechtfertigen", sondern er sieht sich plötzlich gefordert, ein Projekt aufzubauen, "das das Steuergeld auch rechtfertigt" und sich bewährt.

Wer die Schriften des Politikwissenschaftlers ("bin kein Friedensforscher") verfolgt, kann denn auch nicht erkennen, dass er sich bewusst eine eigene Spielwiese für Friedensbewegte gesucht hat. Allenfalls erhofft sich der Wissenschaftler einen Mehrwert für die Universität in Landau. Denn die Möglichkeiten der Akademie sieht er in direkter Nähe mit den Sozial- und Umweltwissenschaftlern am Campus, sprich als wissenschaftliche Einrichtung.

Er und der Trägerverein setzen sich das Ziel, eine Akademie auf den Weg zu bringen, "die sich trägt" – über anerkannt-substanzielle Forschung, für die auch Drittmittel eingeworben werden sollen. Ein angedachter Schwerpunkt lautet, sich auf Konflikte zu konzentrieren, die beim Kampf um Ressourcen (Wasser zum Beispiel) entzünden. Anfang 2014 soll ein Workshop mit Wissenschaftlern anderer Institute klären, auf welchem Feld genau sich die Landauer Akademie und ihr Verein ein besonderes und eigenes Profil erarbeiten können: "Wir wollen ja nicht das, nur kleiner machen, was andere auch machen", sagt Sarcinelli. " Neben Forschung soll auch Friedensarbeit vermittelt werden – etwa angehenden Pädagogen.

Landespolitik
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