Berlin – Alle Chefs aufgepasst: Mitarbeiter, die von ihren Führungskräften gut informiert werden und Anerkennung erfahren, sind einer Studie zufolge seltener krank und identifizieren sich häufiger mit ihrem Unternehmen.
„Doch viele Chefs verhalten sich nicht entsprechend“, kritisiert Helmut Schröder, Geschäftsführer des wissenschaftlichen Instituts der AOK, bei der Vorstellung des Fehlzeiten-Reports. Danach bekommen 54,5 Prozent der Mitarbeiter nur selten oder nie Lob von ihrem Vorgesetzten. 41,5 Prozent sagten, dass ihre Meinung vom Vorgesetzten bei wichtigen Entscheidungen nicht beachtet wird.
Die Zahl der Krankheitstage nahm 2010 leicht zu. Dieser Trend setzte sich auch im ersten Halbjahr 2011 fort. 2010 waren die Beschäftigten im Durchschnitt 17,6 Tage arbeitsunfähig. Die Daten basieren auf den Fehlzeiten der mehr als 10 Millionen bei der AOK versicherten Erwerbstätigen. Die meisten Krankheitstage entfielen 2010 auf die Gruppe der Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2 Prozent). Darauf folgen akute Verletzungen (12,9 Prozent), Atemwegserkrankungen (12 Prozent) und psychische Erkrankungen (9,3 Prozent).
Psychische Erkrankungen nehmen weiter zu: Im Vergleich zum Vorjahr sind die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund dieser Erkrankungen um 0,7 Prozentpunkte gestiegen. Insgesamt gab es seit 1994 bei den Arbeitsunfähigkeitsfällen eine Zunahme der psychischen Erkrankungen von mehr als 100 Prozent, bei den Arbeitsunfähigkeitstagen um nahezu 90 Prozent.

