Bangen und hoffen an der Nahe
Zukunft des Kreuznacher Quellenhofs hängt am Abwasser
Alex Jacob vor der gesperrten Quellenhofbrücke. Die Situation ist alles andere als optimal, der Gastronom gibt sich aber hoffnun
Alex Jacob vor der gesperrten Quellenhofbrücke. Die Situation ist alles andere als optimal, der Gastronom gibt sich aber hoffnungsvoll. Entscheidend ist für ihn, wie die Abwassersituation gelöst wird.
Marian Ristow

Ein Traumstart, ein herber Rückschlag: Der Quellenhof sollte Bad Kreuznachs Gastronomie neu beleben. Doch dann wurde die Quellenhofbrücke gesperrt. Wird sie abgerissen, bekommt Gastronom Alex Jacob ein Problem mit der Abwasserentsorgung.

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Der Neustart im Sommer 2025 war für Quellenhof-Betreiber und -Besitzer Alex Jacob ein Erfolg auf ganzer Linie und, ohne zu theatralisch zu werden, auch ein Stück Wiedergeburt – für die Gastronomie auf dieser Seite des Naheufers, aber auch für Alex Jacob selbst. Im Nachtigallenweg gab es endlich wieder ein gutes Restaurant, der Hotelbetrieb sollte folgen, so die Pläne im vergangenen Jahr.

Doch all die Aufbruchstimmung, die Gastronom Alex Jacob im Sommer 2025 versprühte, sollte am Jahresende einen herben Dämpfer erleiden. Im Dezember wurde nämlich – für einige überraschend, für manche erwartungsgemäß – die Quellenhofbrücke gesperrt, aus Sicherheitsgründen. Ein echter Standortnachteil für Alex Jacob.

Quellenhofbrücke ist kein Einzelfall

Dass die Brücke in schlechtem Zustand war, war lange Zeit bekannt – spätestens seit dem Jahr 2021. Wie marode die Substanz wirklich war, wurde dann bei der letzten Prüfung augenscheinlich. „Natürlich war die Sperrung ein Schock, uns fehlen nun die Laufkundschaft und viele Spaziergänger, also rund die Hälfte der Gäste“, blickt Jacob zurück. Er sitzt auf seiner Terrasse, bei traumhaften 20 Grad direkt am Elisabethenwehr. Es gibt kaum Orte in der Stadt, an denen man schöner sitzt. „Sehr gefreut hat mich, dass sich der Oberbürgermeister damals sofort persönlich gemeldet hat“, blickt Jacob zurück.

Inzwischen ist klar, dass die Zeit dieser Brücke ein für alle Mal vorbei ist. Den Traum eines Ersatzbaus macht die finanzielle Realität, in der sich Bad Kreuznach befindet, zunichte. Die Quellenhofbrücke ist ein Kapitel in der Sammlung von Schreckensgeschichten namens „Der Zustand der städtischen Brücken“.

Abwasserleitungen verlaufen entlang der Brücke

Die fehlende Laufkundschaft ist für Jacob ein großes Problem, ein noch größeres befindet sich direkt an der Brücke. Dort entlang verlaufen die Abwasserrohre des Quellenhofs, die das Schmutzwasser auf die andere Seite der Nahe transportieren. Wird die Brücke abgerissen, steht der Quellenhof ohne Anschluss an die Kanalisation da. „Man kann es nur so sagen: Die Zukunft des Quellenhofs hängt am Abwasser“, stellt er im Gespräch klar.

Und dann? „Dann muss es eine Schmutzwasserzisterne oder eine Sickergrube geben“, erklärt Jacob, der dann mitten in der Stadt sitzt, doch abgeschnitten vom Abwassernetz ist. „Das macht die Abwasserentsorgung dreimal so teuer, die Installationskosten sind noch nicht mitgerechnet.“ Für ihn ist klar: „Dann lohnt sich der Betrieb des Quellenhofs nicht mehr.“

„Das ist das Erbe meiner Familie, ich denke sehr viel darüber nach, wie es hier weitergeht. Mein Herz hängt daran.“
Alex Jacob über seinen Quellenhof.

Ihm sei von der Stadt signalisiert worden, dass die Brücke noch bis Herbst 2027 stehen bleibe – solange fließt das Abwasser also ab. Bis dahin müsse also eine Lösung her. Die Lage sei schwierig, aber nicht hoffnungslos. „Ich fühle mich von der Stadt gut unterstützt und die vielen Stammkunden sprechen mir Mut zu“, sagt Jacob.

Der altehrwürdige Quellenhof, 1912 im Stile eines Kurhauses erbaut, ist für Jacob natürlich viel mehr als nur ein Restaurant mit Hotel. „Das ist das Erbe meiner Familie, ich denke sehr viel darüber nach, wie es hier weitergeht. Mein Herz hängt daran.“

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