Arbeitsmarkt im März
Saisonübliche Frühjahrsbelebung in Neuwied kaum spürbar
Insbesondere Saisonarbeitskräfte, etwa in der Gastronomie oder witterungsbedingten Außenberufen, finden im Frühjahr wieder eine
Insbesondere Saisonarbeitskräfte, etwa in der Gastronomie oder witterungsbedingten Außenberufen, finden im Frühjahr wieder eine Beschäftigung (Symbolfoto).
Carsten Koall. picture alliance/dpa

Die Arbeitslosenquote im Kreis Neuwied ist mit 5,7 Prozent nur um 0,1 Punkte zum Februar 2026 gesunken. Woran das liegt und was die Arbeitsagentur aufgrund der industriellen Transformation rät, erklärt Agenturchef Elmar Wagner.

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Im Kreis Neuwied sind aktuell 5832 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 63 weniger als im Vormonat und 263 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote ist mit 5,7 Prozent um 0,1 Punkte zum Vormonat gesunken. Im Vergleich zum März 2025 ist sie um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Das teilt die Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald mit.

Geringe Belegung auf regionalem Arbeitsmarkt

Der März sorgte auf dem regionalen Arbeitsmarkt für eine anhaltende Belebung. Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald, der die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald umfasst, waren im März 17.876 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 385 weniger als im Februar, jedoch 240 mehr als im Vorjahr. Die Quote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr glatte 5 Prozent.

„Die saisonübliche Frühjahrsbelebung sorgt aktuell für eine leichte Entspannung auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Agenturchef Elmar Wagner. „Dennoch bleibt die Dynamik insgesamt verhalten – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinterlassen weiterhin spürbare Auswirkungen.“

Vor allem Saisonarbeitskräfte finden wieder Beschäftigung

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist hauptsächlich im Rechtskreis des SGB III und somit dem der Arbeitslosenversicherung angesiedelt (minus 278). Im steuerfinanzierten Jobcenter-Bereich (SGB II) fällt der Rückgang mit minus 107 Personen geringer aus. Dies ist ein typisches Signal der Frühjahrsbelebung, bei der insbesondere Saisonarbeitskräfte, etwa in der Gastronomie oder in witterungsabhängigen Außenberufen, nach den Wintermonaten wieder eine Beschäftigung aufnehmen.

„Dennoch bleibt die Dynamik insgesamt verhalten – die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinterlassen weiterhin spürbare Auswirkungen.“ 
Agenturchef Elmar Wagner zu der nur leichten Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt

Die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung am Arbeitsort fällt im Vergleich zu den Vorjahren, in denen jeweils ein Anstieg zu beobachten war, weniger erfreulich aus. Mit Stand der letzten Erhebung zum 30. September 2025 ist die Beschäftigtenzahl im Vorjahresvergleich um 435 Personen oder 0,2 Prozent gesunken. „Die Beschäftigungsentwicklung zeigt, dass sich die industrielle Transformation inzwischen auch im regionalen Arbeitsmarkt widerspiegelt. Umso wichtiger ist es, vorhandene Arbeitsangebote zu nutzen und bei Bedarf gezielt in Qualifizierung zu investieren“, so Wagner.

Denn die Stellenangebote der vergangenen vier Wochen zeigen eine erfreuliche Entwicklung. Im März wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und Jobcentern 870 neue Stellen gemeldet. Das sind 78 mehr als im Vormonat und 43 mehr als im Vorjahr.

Interesse an Ausbildung ist gestiegen

Traditionell richtet die Arbeitsagentur im März den Blick auf das laufende Ausbildungsjahr, das stets von Oktober bis September betrachtet wird. Ende März gibt die Halbjahresbilanz erste Aufschlüsse über die aktuelle Entwicklung. In den ersten sechs Monaten haben sich 2794 Jugendliche mit Interesse an einer Ausbildung an die Berufsberatung der Arbeitsagentur gewandt – das sind 352 mehr als im Vorjahr. Ende März waren noch 1821 Bewerber unversorgt.

Das Ausbildungsangebot der Betriebe ist derzeit jedoch deutlich rückläufig. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um derzeit 18,3 Prozent gesunken. Seit Oktober 2025 wurden insgesamt 2942 Lehrstellen gemeldet, von denen aktuell noch 1831 unbesetzt sind. Rein rechnerisch kommen damit derzeit 99 unversorgte Bewerber auf 100 unbesetzte Ausbildungsstellen.

Berufsberatung der Agentur unterstützt künftige Azubis

„Die Abnahme der gemeldeten Ausbildungsstellen ist Folge der Konjunkturkrise. Der Rückgang wird sich bis zum Sommer zwar noch abmildern, bleibt im Trend aber bestehen. Erfreulich ist, dass sich weiterhin viele junge Menschen für eine betriebliche Ausbildung interessieren. Für sie gilt es nun, die sich verknappenden Ausbildungschancen zu nutzen“, betont Elmar Wagner.

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit bietet jungen Menschen ein umfangreiche Unterstützungsmöglichkeiten. Ein Termin kann unter https://ku-rz.de/45aa vereinbart werden.

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