Frühjahrsbelebung hält an
Erwerbslosenzahl im Kreis Neuwied geht leicht zurück
Die Agentur für Arbeit hat die Statistik für den Neuwieder Arbeitsmarkt im Monat April vorgelegt.
Die Agentur für Arbeit hat die Statistik für den Neuwieder Arbeitsmarkt im Monat April vorgelegt.
Jan Woitas. Jan Woitas/dpa

So richtig vorwärts geht es auf dem Neuwieder Arbeitsmarkt auch im Monat April nicht. Die von der Arbeitsagentur präsentierten Zahlen sprechen da eine klare Sprache.

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Schon seit Februar entspannt sich der regionale Arbeitsmarkt in kleinen Schritten. Diese Entwicklung hat sich für den Kreis Neuwied auch im April fortgesetzt: Kreisweit sind aktuell 5800 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 32 erwerbslose Betroffene weniger als im März, jedoch 374 mehr als im Vorjahr. Die Quote bleibt unverändert bei 5,7 Prozent. Damit liegt diese um 0,4 Prozentpunkte über der Quote im Vorjahresmonat.

„Die verhaltene Frühjahrsbelebung setzt sich fort; es gehen wieder mehr Menschen aus Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit“, sagt Elmar Wagner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald: „Insgesamt zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt immer noch erfreulich stabil, aber die Dynamik bleibt schwach. Darin spiegeln sich neben der ohnehin schwachen Wirtschaft auch die aktuellen geopolitischen Krisen und die damit einhergehende Verunsicherung der Wirtschaft darüber, wie es weitergeht.“

Angebot und Nachfrage passen oft nicht zu einander

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende. Im Kreis Neuwied sind im April 241 Stellen neu gemeldet worden. Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich jedoch widersprüchlich. Während Unternehmen über Fachkräftemangel klagen, finden viele Bewerberinnen und Bewerber schwerer eine passende Stelle. Das Stellenangebot der Arbeitsagentur für den Kreis mit aktuell 1436 freien Jobs liegt auf einem hohen Niveau, dennoch bleiben diese Chancen oft ungenutzt, weil Angebot und Nachfrage nicht zueinander passen, informiert die Agentur.

„Wir sehen ein zunehmendes Missmatch zwischen den Kompetenzen von Arbeitssuchenden auf der einen und den Ansprüchen der Arbeitgeber auf der anderen Seite“, heißt es weiter. Zusätzlich würden Digitalisierung und KI die Anforderungen rasant verändern. Die Unternehmen suchten zumeist Fachkräfte über dem Qualifikationsniveau der arbeitslosen Menschen – deshalb sollte eine Zeit der Arbeitslosigkeit noch öfter zur beruflichen Qualifizierung genutzt werden. „Beides kann von uns finanziell gefördert werden – wir beraten dazu nicht nur Arbeitslose, sondern gerne auch Betriebe und Beschäftigte.“ erklärt Agenturchef Wagner.

„Die Lage auf unserem Ausbildungsmarkt wird schwieriger.“
Agenturchef Elmar Wagner

Im aktuellen Beratungsjahr haben sich die Meldungen von betrieblichen Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter deutlich verringert. Dagegen hat die Bewerberzahl weiter zugenommen. Regionale Unternehmen haben in den drei von der Agentur betreuten Landkreisen seit Beginn des Ausbildungsjahres 3138 Ausbildungsplätze gemeldet; das entspricht einem Rückgang von 15,0 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. „Die Lage auf unserem Ausbildungsmarkt wird schwieriger. Die Herausforderungen der Konjunkturkrise wirken sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus. Unternehmen agieren zurückhaltender, die Ausbildungsbereitschaft sinkt“, erläutert Wagner.

Aktuell gibt es bei der Agentur noch 1803 vakante Ausbildungsplätze. Dem gegenüber waren bis April von insgesamt 3035 interessierten jungen Menschen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium noch 1771 unversorgt.

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