„Heimat“ – dieser Begriff bekommt im Ahrtal eine andere Bedeutung als in vielen anderen Abschnitten Deutschlands. Dort wurde sie 2021 zerstört, dort mussten die Menschen sie sich neu erarbeiten, für manchen ging sie mit der Flut verloren – für immer. Doch was genau ist eigentlich Heimat? Wo liegt der Unterschied zum „Zuhause“? Und es soll dabei nicht vorrangig um die Flut gehen. Wie ist der Begriff soziologisch oder politisch geprägt? I n einer Zeit, in der sich viele Menschen fragen, ob sie in ihrer eigenen Umgebung noch eine Stimme haben, stellt PEN Berlin die provokante Frage: „Ist das noch/schon mein Land?“
Publikum darf sich miteinbringen
Um das zu ergründen – und um vor der Landtagswahl am 22. März eine Gelegenheit zu freier und angeregter Debatte zu schaffen – lädt die Schriftsteller- und Autorenvereinigung PEN Berlin zu einer landesweiten Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Reden wir über Heimat“ ein. Vom 26. Februar bis 18. März kann dabei an insgesamt 19 Abenden mit insgesamt 57 Teilnehmenden nach Herzenslust diskutiert werden.

„Rheinland-Pfalz, reden wir über Heimat“
„Das wird man wohl noch sagen dürfen.“ Ein Satz, den wir alle kennen. Die Vereinigung PEN Berlin lädt die Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer jetzt ein, das zu sagen, was sie sagen wollen. An 19 Stationen im Land, vor prominenten Zuhörern.
Celina de Cuveland, Nachrichtenchefin unserer Zeitung im Kreis Ahrweiler, diskutiert über diese Fragen am Sonntag, 8. März, in Bad Neuenahr-Ahrweiler mit Nick Falkner, Geschäftsführer der Stiftung Ahrtal, und dem Soziologen Nils Kumkar. Letzterer, geboren 1985, ist Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen. Er forscht zu sozialer Ungleichheit und zu politischem Protest. Nick Falkner, geboren 1992 im Ahrtal, ist vermutlich vielen Menschen im Kreis bereits ein Begriff. Falkner ist Hauptmann der Bundeswehr, hat ein Studium an der Universität der Bundeswehr Hamburg mit Abschluss Master in Internationalen Beziehungen absolviert, gründete 2021 das Spenden-Verteilzentrum Ahrtal und 2022 die Stiftung Ahrtal, deren ehrenamtlicher Geschäftsführer er seither ist.

Die Diskussion startet um 19 Uhr im Alvitha Zentrum für Gesundheit und Bewegung, Peter-Jansen-Straße 16. Sie ist bewusst als offenes Format angelegt. Es geht darum, eine echte Debatte zwischen Podium und Publikum zu entwickeln.
Reihe gab es bereits in Brandenburg und Baden-Württemberg
Das Prinzip ist immer identisch: Unter Anleitung eines Moderators oder einer Moderatorin stehen zwei Prominente als Diskussionspartner bereit. Darüber hinaus fungieren PEN-Co-Sprecher Deniz Yücel und sein Team überall als „Saalmikrofone“. „Fast alle Themen, die derzeit die deutsche Gesellschaft beschäftigen, sind von Ängsten geprägt. Sie lassen sich in einem Motiv bündeln: die Angst vor dem Verlust des Vertrauten, die Angst vor dem Verlust von Heimat“, so Yücel. Dieser Angst will der PEN, der die Reihe bereits in Brandenburg und Baden-Württemberg durchgeführt hat, entgegentreten.
Das Programm mit allen Terminen, Orten und Teilnehmenden finden Sie unter https://penberlin.de/



