Im Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch eines siebenjährigen Kindes am 21. Juni 2025 in Oberdürenbach haben die Staatsanwaltschaft Koblenz und die Kriminalinspektion Mayen am vergangenen Wochenende eine DNA-Reihenuntersuchung im Sportzentrum Niederzissen durchgeführt. Dazu wurden mehr als 2000 Männer im Alter von 16 bis 65 Jahren aus zehn Ortschaften im Umkreis von Oberdürenbach eingeladen.
Wer sich noch beteiligen möchte, kann das tun
An den drei Tagen sind nach Angaben der Polizei 1463 Personen der Einladung zu dieser freiwilligen Maßnahme gefolgt und haben die Ermittlungen so unterstützt. In der Sporthalle Niederzissen wurden den Personen Speichelproben entnommen, die nun im Hinblick auf mögliche Verwandtschaftsgrade zu der vorhandenen, tatrelevanten DNA-Spur abgeglichen werden. Mit ersten Ergebnissen dieser nach Polizeiangaben sehr aufwendigen Maßnahme, von der sich die Ermittlungsbehörden weitere Ermittlungsansätze erhoffen, ist in einigen Wochen zu rechnen.
Angeschriebene Personen, die sich im Nachgang noch bereit erklären möchten, eine Speichelprobe abzugeben, können sich mit den im Informationsmaterial angegebenen Ansprechpartnern in Verbindung setzen. Die Staatsanwaltschaft Koblenz sowie die Kriminalinspektion Mayen bedanken sich bei allen Teilnehmern, die die Maßnahme unterstützt haben.

2000 Männer aus dem Brohltal können DNA-Proben abgeben
Der Andrang vor der Sporthalle in Niederzissen war am Freitag groß. Die Polizei führte dort eine zweite DNA-Reihenuntersuchung durch, die Licht ins Dunkel des sexuellen Missbrauchs an einer Siebenjährigen in Oberdürenbach bringen soll.
Maßnahme ist sehr ungewöhnlich
Die DNA-Untersuchung ist die zweite dieser Art im Brohltal im Zusammenhang mit dem Missbrauch an dem siebenjährigen Kind. Eine erste Aktion hatte im August in Oberdürenbach stattgefunden – damals suchten Teams der Polizei rund 150 Haushalte auf, um deren Bewohner um freiwillige Speichelproben zu bitten. Doch die Maßnahme brachte nicht den gewünschten Erfolg. Eine Maßnahme in der Größenordnung, wie sie jetzt in Niederzissen stattgefunden hat, hat Pressesprecher Jürgen Fachinger vom Polizeipräsidium Koblenz während seiner Dienstzeit so noch nicht erlebt, wie er unserer Zeitung im Laufe der Maßnahme erzählte.


