Vier Uhr morgens. Der Wecker klingelt. Für Elena Heubner geht es auf dem Ergometer in den Keller, ihr Babyphone hält sie am Ohr. Die Koblenzerin trainiert 2013 für den Ironman auf Hawaii, den berühmtesten Triathlon der Welt. Die damals 36-Jährige absolviert parallel eine Ausbildung zur Hebamme in Mainz und versorgt ihre Kinder. Elena Heubner ist Tausendsasserin und Grenzgängerin. Im Podcast „RZähl mal“ gibt sie Einblicke in ihre Geschichte.

Heute, knapp 13 Jahre später, unterstützt sie als erfahrene Hebamme werdende Mütter. Nicht selten arbeitet sie 90 Stunden die Woche. Auch der Sport ist geblieben, nur statt auf dem Ergometer, geht es jetzt ins Fitnessstudio. Denn Elena Heubner ist nun Profibodybuilderin – wurde 2023 Deutsche und Europameisterin in der Kategorie „womens-physique“ in ihrer Altersklasse bei den Amateuren.
„Wenn ich nachts um drei aus dem Kreißsaal komme – ich habe einen 24/7 Schlüssel für das Stahlwerk in Koblenz – dann gehe ich nachts um halb drei noch Eisen durch die Gegend schubsen. Und dann kann ich auch schlafen.“
Elena Heubner ist Extremsportlerin, Hebamme und vierfache Mutter. Während die meisten nach der Arbeit die Couch aufsuchen, braucht die 50-Jährige den Sport als Ausgleich. „ Wenn ich nachts um drei aus dem Kreißsaal komme – ich habe einen 24/7 Schlüssel für das Stahlwerk in Koblenz – dann gehe ich nachts um halb drei noch Eisen durch die Gegend schubsen. Und dann kann ich auch schlafen“, sagt sie.
Doch Profi-Bodybuilderin und Hebamme: Für manche klingt diese Kombination zunächst widersprüchlich. Elena Heubner sieht das gegenteilig. „Mir ist irgendwann egal geworden, was die Leute denken“, sagt die 50-Jährige. Aus ihrer Sicht sind Frauen im Sport die wahren Helden: „ Aber ich bin auch Hebamme, da ist das logisch. Weil ich täglich erlebe, dass Frauen körperlich etwas ganz Großes leisten.“

Im Podcast „RZ-Mal“ spricht sie darüber, warum der Beruf als Hebamme und Bodybuilding „genau das gleiche“ sind und wie sich die Extremsportlerin für den Ironman auf Hawaii qualifizierte. Ein Gespräch, indem sie scheinbare Widersprüche einordnet, Einblicke über den Kampf aus ihrer Magersucht gibt und über die angespannte Lage der Hebammen berichtet.

Hebammen sind sauer: „Das System ist doch krank“
Im Andernacher Krankenhaus haben drei von fünf Beleghebammen dieses Jahr hingeschmissen. Jana Wagenknecht und Elena Heubner sind noch übrig. Sie teilen den Frust vieler Hebammen, sind überarbeitet und wütend.


