Paris (dpa) – Nach seinem vielleicht letzten Auftritt bei den French Open geriet Tennisstar Novak Djokovic geradezu ins Schwärmen, als er über seinen halb so alten Bezwinger sprach. «Er hat Talent und Schlagkraft. Ganz Brasilien feuert ihn an, die Begeisterung um ihn ist also riesig – und das völlig zu Recht», sagte der 39 Jahre alte Serbe über João Fonseca: «Hoffentlich wird er der nächste große Star und gewinnt Grand-Slam-Turniere. Das wünsche ich mir wirklich sehr.»
Der «regelrechte Hype», den es um den 19 Jahre alten Brasilianer gebe, sei gerechtfertigt, meinte Djokovic. Das habe auch seine eigene 6:4, 6:4, 3:6, 5:7, 5:7-Niederlage im fast fünfstündigen Fünfsatz-Krimi gezeigt. «Ich glaube nicht, dass ich mit meinem Spiel zu viel falsch gemacht habe. Er war einfach besser», sagte Djokovic: «Zweifellos war er der bessere Spieler in den wichtigen Momenten.»
Letzter Auftritt in Paris? «Ich weiß es nicht»
Eigentlich ist das sein Qualitätsmerkmal. Doch zumindest bei der Hitze von 30 Grad gegen einen vor Energie nur so strotzenden Teenager konnte er nach einer 2:0-Satzführung nicht mehr mithalten. «In den nächsten Sätzen habe ich mich auf dem Platz überhaupt nicht gut gefühlt», gab der 24-malige Grand-Slam-Turniersieger zu.
Am Ende habe er das Gefühl gehabt, «kaum noch auf den Beinen stehen» zu können. «Es wäre schön, wenn es im Best-of-three-Modus laufen würde», scherzte er, «aber so ist es nicht». Die Chancen auf seinen 25. Grand-Slam-Turniersieg waren in diesem Jahr so gut wie lange nicht, nachdem der Italiener Jannik Sinner in der zweiten Runde ausgeschieden und der Spanier Carlos Alcaraz verletzungsbedingt gar nicht erst angetreten war.
Beim Verlassen des Platzes formte Djokovic mit den Händen ein Herz und zeigte es in Richtung des Publikums – eine Abschiedsgeste? Auf die Frage, ob man ihn auch im nächsten Jahr in Paris sehen werde, antwortete der dreimalige French-Open-Gewinner: «Ich weiß es nicht.»
Becker glaubt an Djokovics Titelchance in Wimbledon
Beim Rasen-Klassiker in Wimbledon dürfte Djokovic zumindest noch einmal einen Anlauf für den erhofften 25. Grand-Slam-Triumph nehmen. «Wimbledon ist körperlich nicht ganz so anstrengend, das ist sein nächstes großes Ziel», sagte sein Ex-Trainer Boris Becker bei Eurosport: «Und nach den Auftritten in dieser Woche hat er dort alle Chancen, den Titel zu gewinnen».
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