
Als die Medien über den wahrscheinlichen Auslöser berichteten, muss bei den Frauen der schreckliche Gedanke aufgekommen sein, dass sie das Unglück verursacht haben könnten. Sie hatten fünf Himmelslaternen mit handschriftlichen Wünschen aufsteigen lassen. „Sie dachten, dass es zu Silvester erlaubt sei“, berichtete Hoppmann aus der Vernehmung, bei der viele Tränen geflossen sind. Die Frauen hätte die Laternen im Internet bestellt, auf den Verpackungen sollen keine Verbotshinweise gestanden haben. In den sozialen Netzwerken gab es bereits Drohungen gegen die Frauen.
Fünf Laternen hätten die Frauen gestartet. Vier der Lampen wurden entdeckt, die fünfte soll den Brand im Affenhaus ausgelöst haben. Davon ist wegen der örtlichen und zeitlichen Zusammenhänge auszugehen, erklärte Hoppmann. „Für uns ist damit diese Tat weitgehend geklärt.“ Ermittelt wird wegen fahrlässiger Brandstiftung. Darauf stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe.

Polizei und Feuerwehr sind gleichermaßen überrascht darüber, wie schnell sich der Brand in dem Affenhaus in Krefeld ausbreitete. Demnach brach das Feuer an der nordöstlichen Ecke des Daches aus. „Die Dachhaut ist nach einem Hagelschauer vor einigen Jahren mit Plexiglas erneuert worden“, sagte Hoppmann der „Rheinischen Post“. Außerdem fanden Sachverständige große Mengen Laub am Unglücksort. Ob beides für die Brandentwicklung eine Rolle gespielt hat, ist noch nicht bekannt. Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage hatte das Affenhaus nicht, dies sei zum Zeitpunkt des Baus 1975 aber auch nicht vorgeschrieben gewesen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Gebäude und Gehege des Tierparks werden regelmäßig einer Brandschutzüberprüfung unterzogen, ergänzte die Zoosprecherin Petra Schwinn. „Das Affenhaus selbst wurde erst vor wenigen Monaten von der Feuerwehr überprüft. Es gab keine Beanstandungen.“
Vor dem Krefelder Zoo versammelten sich am Donnerstag Menschen und trauerten um die gestorbenen Affen, darunter fünf Orang-Utans, zwei ältere Flachlandgorillas und ein Schimpanse. Zwischen einem stetig wachsenden Meer von Kerzen, Blumen und Stofftieren legten viele Kinder Botschaften nieder. Vor allem der 48 Jahre alte Gorilla Massa war sehr beliebt bei Besuchern. „Ich werde Massa und seine Freunde sehr, sehr vermissen“, schrieb ein Junge. „Ich hoffe, sie sind im Affenhimmel und sehr glücklich“.

Zuspruch und E-Mails an den Zoo trafen derweil aus ganz Deutschland ein. Sie hätte nicht erwartet, dass für tote Menschenaffen Kerzen aufgestellt werden, sagte Zoosprecherin Schwinn. „Die Anteilnahme ist sehr, sehr groß.“ Der Zoo erhoffe sich auch, dass der tägliche Tod der vom Aussterben bedrohten Menschenaffen dadurch ins Bewusstsein rücke.
„Die Spendenbereitschaft ist enorm. Bis Mittwochabend sind bei uns bereits weit mehr als 4000 Geldspenden von unterschiedlichen Menschen eingegangen“, berichtete der Vorsitzende der Krefelder Zoofreunde, Friedrich Berlemann, der „Rheinischen Post“ in Krefeld.
Eine Beerdigung wird es für die durch den Brand umgekommenen Menschenaffen wohl nicht geben. Da es sich bei ihnen nicht um Haustiere, sondern um Wildtiere handele, sei dies nicht erlaubt, erläuterte Schwinn. Die Tiere wurden dem Veterinäruntersuchungsamt übergeben. Für die Mitarbeiter des Zoos soll es aber eine Trauerfeier geben.
Düsseldorf. Die SB-Warenhauskette Real hat nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo den Verkauf von Himmelslaternen auf ihrem Online-Marktplatz gestoppt.
Real stoppt Verkauf von Himmelslaternen auf Online-Marktplatz
Christian Schwerdtfeger
Neuwied. Das Feuer im Affengehege im Krefelder Zoo in der Neujahrsnacht hat auch beim Team des Neuwieder Zoos Spuren hinterlassen. Direktor Mirko spricht von einer „Tragödie“ und meint: „30 Tiere in einer Nacht zu verlieren, das ist schon eine Hausnummer.
Feuer im Affenhaus: Wie ist Neuwieder Zoo für Brand gerüstet?