Archivierter Artikel vom 09.06.2014, 21:40 Uhr

Marek Lieberberg: Wir gehen mit Wehmut

Noch ist nicht klar, wo 2015 eine neue Ära für das Festival Rock am Ring anbricht. Hoch im Kurs steht das ehemalige Militärgelände JHQ in Mönchengladbach. Politische Entscheidungen stehen jedoch noch aus.

Niemals geht man so ganz: Rock am Ring rockt woanders weiter. Wo, ist noch nicht klar. Aber das präsentierte Plakat zeigt bereits die "Skyline" von Mönchengladbach mit Stadion, Wasserturm und Münster.
Niemals geht man so ganz: Rock am Ring rockt woanders weiter. Wo, ist noch nicht klar. Aber das präsentierte Plakat zeigt bereits die „Skyline“ von Mönchengladbach mit Stadion, Wasserturm und Münster.
Foto: Jens Weber

Festivalveranstalter Marek und André Lieberberg machten allerdings am Rande der letzten Auflage von Rock am Ring am Nürburgring deutlich, dass ein Neuanfang in Mönchengladbach immer wahrscheinlicher wird.

Darauf deutet allein schon das Plakat hin, das beide präsentierten, als sie während einer Pressekonferenz die Zwischenbilanz zum Festival zogen: „Das ist sicher: Wir rocken weiter!“ prangte in großen Lettern auf dem Papier, darunter war die Skyline von Mönchengladbach auszumachen. Eine endgültige Zusage für den neuen Standort gibt es noch nicht, erklärte Marek Lieberberg, „aber die Zeichen stehen gut. Wir fühlen uns in Mönchengladbach willkommen. Es gibt dort eine Euphorie für das Festival. Es wird von Erfolg gekrönt sein, was wir in Mönchengladbach erreichen möchten.“

Der Auftritt des Festivalveranstalters vor den Journalisten war recht emotional. Er ließ sich deutlich anmerken, dass ihn das Ende von Rock am Ring in der Eifel nach fast 30 Jahren schmerzt. „Wir gehen mit Wehmut.“

Den Abschied vom Ring hatten vor Kurzem gescheiterte Vertragsverhandlungen mit den neuen Betreibern des Rings, der Capricorn Nürburgring GmbH, herbeigeführt. Diese holte daraufhin die Deutsche Entertainment AG ins Boot, die im nächsten Jahr das Festival „Grüne Hölle“ am Ring veranstaltet.

Marek Lieberberg kommentierte deren Vorhaben spitz: „Aus einer Wundertüte kann schnell eine Mogelpackung werden. Die stehen für Fantasie, wir für die Realisation eines Festivals.“ Schließlich sei er, Lieberberg, es gewesen, der vor 29 Jahren mit dem ersten Rock am Ring den Weg für viele ähnliche Veranstaltungen bereitet habe. Insbesondere seinen Söhnen Daniel und André dankte Lieberberg, dass sie die Entwicklung des Festival mit ihrer Arbeit vorangetrieben haben.

Keinen Zweifel ließ Lieberberg daran, dass der Name Rock am Ring auch an einer neuen Spielstätte Bestand hat: Den Titel will Lieberberg nicht länger auf den Nürburgring bezogen wissen: „Der Ring ist nichts anderes als die Gemeinsamkeit zwischen fantastischen Fans, Bands und uns“, erklärte er und versicherte: „Dieses Band bleibt bestehen.“