Archivierter Artikel vom 18.05.2012, 23:24 Uhr
Wien

Fucking-Diebe erwischt: Bayern scheitern beim Schilder-Klau

Die Ortsschilder im oberösterreichischen Ort Fucking sind eine begehrte Trophäe für Souvenirjäger und Witzbolde. Doch diesmal hatten die Möchtegern-Diebe Pech. Die Polizei ertappte drei Bayern aus Ingolstadt bei dem Versuch, ein Ortsschild zu stehlen.

Ge-... ...-lackmeiert: Fucking liefert mit seinem Namen Anlass für Hohn und Spott. Die Schuld können die Einwohner des österreichischen Dorfes immerhin einem Bayern geben. Der Adelige Focko soll den Ort gegründet haben. Und Bayern versuchten jetzt einmal mehr, das Ortsschild zu stehlen.
Ge-... ...-lackmeiert: Fucking liefert mit seinem Namen Anlass für Hohn und Spott. Die Schuld können die Einwohner des österreichischen Dorfes immerhin einem Bayern geben. Der Adelige Focko soll den Ort gegründet haben. Und Bayern versuchten jetzt einmal mehr, das Ortsschild zu stehlen.

Sogar Spezialwerkzeug für ihre Nacht-und-Nebel-Aktion hatten die Männer im Alter zwischen 23 und 26 im Gepäck, um das Schild aus der Verankerung zu lösen, scheiterten aber bei der Demontage. Als die Diebe dann versuchten, das Schild samt Eisensteher auszugraben, wurden sie von der „Sektorstreife“ der Gendamerie erwischt. Schon 2005 hatte der Bürgermeister Franz Meindl dem ORF erklärt, die Schilder seien quasi diebstahlsicher: „Mittlerweile haben wir sie einbetoniert, angeschweißt und vernietet.“

Solche Diebstähle sind für das Dorf mit dem klingenden Namen keine Seltenheit. Schon 13 Mal wurden sie Opfer der Ortsschilddiebe. Und bis zu 400 Euro Schaden bedeute das, je nachdem, ob die Halterung Teil der Beute ist. Die leidgeplagten Fuckinger hatten sogar überlegt, ihren Ortsnamen zu ändern. 2004 hatten sie sich allerdings dagegen entschieden. Für die gescheiterten Diebe gab es eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Das Dorf nördlich von Salzburg und nur rund fünf Kilometer von der deutschen Grenze entfernt ist nicht mal selbständig, sondern eigentlich nur einer 17 Dörfern der 2000-Einwohner-Gemeinde Tarsdorf, hat selbst gerade einmal 100 Einwohner – und ist dennoch auch in der englischsprachigen Wikipedia mit einem eigenen Eintrag vertreten: Fucking, Austria. Die Erklärung beginnt mit der deutschen Aussprache des Wortes – „reimt sich auf booking“. Was den wenigsten Menschen den Spaß verdirbt, die des Englischen mächtig sind.

Um den Namen wird immer wieder Schabernack getrieben. 2010 erschien eine mit dem Glauser-Preis Krimi-Komödie „Bad Fucking“, die in einem österreichischen Kurtort spielen sollte. Und 2010 endete ein mehrere Jahre schwelender Streit darum, ob ein Bier „Fucking hell“ heißen darf: Es gibt das Bier inzwischen, nachdem das europäische Markenamt seine anfänglichen Bedenken gegen den zweideutigen Namen über Bord geworfen hatte. Die Marketingfirma, die den Namen anmeldete, argumentierte mit der Farbe des Biers (hell) und dem Standort. In Fucking hat man allerdings wenig davon – es wird im Schwarzwald gebraut.

Die Probleme in Fucking kann man in einem Moselort gut nachempfinden: Zu der Zeit, als die Serie „Alf“ erfolgreich im deutschen Fernsehen lief, wurden in dem gleichnamigen Dorf fast im Wochentakt Schilder gestohlen. Die Gemeinde löste das Problem aber: Sie bot „Alf“-Schilder zum Verkauf an, mit Unterschrift des Bürgermeisters auf der Rückseite.