Archivierter Artikel vom 05.06.2016, 02:27 Uhr
Mendig

Entscheidung in der Nacht: Rock am Ring für Sonntag abgesagt

Jetzt ist es amtlich: Kein Rock am Ring am Sonntag. Das teilt der Veranstalter in der Nacht in einer Pressemitteilung mit. Dort heißt es: Rock am Ring endet am zweiten Veranstaltungstag – die Verbandsgemeinde Mendig entzieht die Spielgenehmigung aufgrund drohender Unwetter.

Für den dritten Festivaltag entzieht die Verbandsgemeinde Mendig dem Veranstalter die Spielgenehmigung. Grund hierfür ist eine erneute Unwetterwarnung für den Sonntag.

82 Verletzte nach Blitzeinschlägen

Bereits am Freitagabend hatte es bei dem Festival mit 93.000 Fans auf dem Flugplatz in Mendig 82 Verletzte nach Blitzeinschlägen gegeben, darunter einige Schwerverletzte. Das DRK musste mindestens einen Fan reanimieren.

Am Samstag wurde das Festival dann unterbrochen. Zum planmäßigen Auftakt gegen 14.30 Uhr blieb es auf den Bühnen still, vor den Toren warteten die Fans ungeduldig auf den Einlass. Erst gegen 15.30 Uhr erklärte Rock-am-Ring-Chef Marek Lieberberg, dass das Festival auf Anordnung der Verbandsgemeinde Mendig zunächst unterbrochen sei. Gegen 21.30 Uhr wurde der Betrieb dann wieder aufgenommen, bis morgens um drei spielten die Gruppen auf den vier Bühnen.

Der eigens angereiste Innenminister Roger Lewentz hatte bei der Pressekonferenz zuvor deutlich gemacht, dass er empfiehlt, das Festival aufgrund der aktuellen Wetterlage zu beenden. Er sprach von drohenden Unwettern mit Hagelschauern, Gewittern und Windstärke 10 am Sonntag.

Bereits vor Festivalbeginn waren Teile der Veranstaltungsfläche aufgrund des anhaltenden Starkregens in der Region in keinem guten Zustand gewesen. Nach dem Unwetter am Freitag standen dann Teile des Geländes, der Camping- und der Parkplätze unter Wasser oder hatten sich in große Matschflächen verwandelt.

Schnelle Abreise am Sonntag

Die Fans werden nun vom Veranstalter gebeten, das Festivalgelände nach den bis etwa 3 Uhr morgens laufenden Auftritten zu verlassen – spätestens bis Sonntag 12 Uhr. Grund für die schnelle Abreise ist eine erneute Gefahrenlage durch drohende Unwetter.

Die Abreise könnte sich dabei noch als schwierig erweisen. Zum einen ist fraglich, ob die Zehntausenden wirklich in der Nacht binnen weniger Stunden ihre teils üppige Campingausrüstung über das matschige Gelände bis zu ihren Autos bekommen. Das nächste Problem sind dann die Wagen selbst, die teilweise ohne fremde Hilfe nicht die völlig verschlammten Parkplätze verlassen können.

Organisiert vom Veranstalter, stehen deshalb mehrere Landwirte mit ihren Traktoren bereit, um die Fahrzeuge aus den Wiesen freizuschleppen. Dieser Service ist gratis. Auf der Homepage warnen die Rock-am-Ring-Verantwortlichen davor, sich von anderen Anbietern abschleppen zu lassen, da dies unter Umständen mit hohen Kosten verbunden ist.

Von unserem Redakteur Markus Kuhlen