Als Journalistin darf ich immer wieder Menschen treffen und ihre teils sehr persönlichen Geschichten erzählen. In diesen Gesprächen bin ich Zuhörerin und Fragestellerin. Für den Podcast „überLeben, eine Gesprächsreihe über die Themen Tod und Trauer“, habe ich nicht nur andere ihre Geschichten erzählen lassen, sondern habe auch die von meiner Mutter und mir erzählt. Eigene Erfahrungen und Erinnerungen – im Falle des Podcasts – hörbar zu machen, war eine besondere Erfahrung für mich. Und ich bin ehrlich, eine die mich auch Mut gekostet hat. Weil die Themen Tod und Trauer etwas sehr Persönliches sind und sie in unserem Alltag oft wenig Raum haben. Leider. Das möchte ich ändern.

Durch die Erkrankung und den Tod meiner Mutter vor bald fünf Jahren bin ich mit Themen in Berührung gekommen, um die ich vorher einen Bogen gemacht habe: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, das Elternhaus auflösen, einen Pflegeplatz suchen bis hin zur Organisation einer Beerdigung. Und dann mit der Trauer umgehen. Es gab viele Momente, in denen habe ich mich hilflos und überfordert gefühlt. Seitdem habe ich mich viel mit den Themen beschäftigt. In dieser Zeit entstand die Idee, das Thema als Journalistin anzugehen. Es sichtbar –- oder im Falle des Podcasts hörbar zu machen.
„Ihr lacht ja auch im Podcast.“
Eine Rückmeldung auf „überLeben“
Das habe ich im Sommer 2025 mit dem Podcast „überLeben“ getan. Seit diesen sechs Podcastfolgen ist viel passiert. Ich habe inspirierende Menschen kennengelernt und tolle – sehr offene, ehrliche und berührende – Gespräche geführt. Auch fernab der Mikros. Eine Rückmeldung, die immer wieder kam: „Ihr lacht ja auch im Podcast.“ Ja, das tun wir.
Was, wenn das Leben von einem Moment auf den anderen aus den Fugen gerät? Der Tod reißt oft eine Lücke, hinterlässt Leere. Und dann? Wie gehen wir mit den Themen Tod und Trauer um? Der neue RZ-Podcast „überLeben“ will diese Themen sichtbar machen.
Eine Gesprächsreihe über die Themen Tod und Trauer
Die Themen Tod und Trauer sind keine leichten, aber sie sind eben nicht nur „dunkel und traurig“. Sie sind bunt. Wie das Leben auch. Und sie sind vielschichtig. Deshalb entsteht aktuell eine zweite Staffel mit weiteren sechs Podcastfolgen. Denn meine größte und wichtigste Erfahrung ist weiterhin: Die Themen Tod und Trauer betreffen uns alle und werden leichter, wenn man darüber spricht.
Die Autorin
Nina Borowski, geboren 1986 im Münsterland, ist seit vielen Jahren Wahlrheinländerin. Die Region und vor allem die Menschen hier sind ihr ans Herz gewachsen. Nach dem Abitur hat sie ihre ersten Texte für ihre heimische Lokalzeitung geschrieben. Während ihres VWL-Studiums in Münster machte sie verschiedene Praktika, um den Journalismus von all seinen Seiten kennenzulernen. Seit 2012 arbeitet sie für die Rhein-Zeitung. Nach verschiedenen Stationen in Lokalredaktionen in Bad Ems, Koblenz und Neuwied wechselte sie in die damalige Onlineredaktion der Rhein-Zeitung. Seit 2020 leitet sie das Digitale im Duo mit Maximilian Eckhardt. Zudem ist sie seit Mai 2022 Mitglied der Chefredaktion. Sie ist Journalistin geworden, weil sie Menschen und ihre Geschichten faszinieren und sie ihnen eine Bühne geben möchte – in Artikeln oder verschiedenen RZ-Podcasts.


