Archivierter Artikel vom 13.05.2016, 15:05 Uhr
Linz

Zu viele Schicksalsschläge: Linzer Familie braucht dringend Hilfe

Familie Gombert haben immer wieder Tragödien heimgesucht. Jetzt sind sie an einem Punkt angelangt, an dem sie nicht mehr wissen, wie es weitergeht. HELFT UNS LEBEN bittet für sie um Hilfe.

Von unserem Redakteur Ulf Steffenfauseweh

Immer im Mai wird es in Linz nostalgisch. Dann kommen die Leierkastenspieler in die Bunte Stadt und drehen die Zeit musikalisch zurück. Für Peter Gombert ist es ein Höhepunkt im Jahreskalender, und er wäre auch in diesem Jahr so gerne dabei gewesen. Doch es ging nicht. Er kann sein Elternhaus kaum mehr verlassen. Fünf Treppenstufen sind für den Rollstuhlfahrer zur fast unüberwindlichen Hürde geworden, seit sein Vater schwer erkrankt ist und nicht mehr die Kraft hat, ihm zu helfen. Damit Peter wenigstens noch zur Landesblindenschule in Feldkirchen kann, muss täglich zweimal der Schwager kommen.

Rückblick: Als Ulla und Paul Gombert 1983 ihr drittes Kind bekommen, scheint die Welt in Ordnung. Doch dann sucht Peter noch als Säugling eine Hirnhautentzündung heim – mit dramatischen Folgen: Das Baby erblindet, ist fortan geistig und vor allem körperlich behindert. Für die Familie ist es schon der zweite tragische Fall: Auch die erstgeborene Tochter hat ein Handicap. Sie ist acht Jahre zuvor gehörlos auf die Welt gekommen. Es soll nur der erste einer fast unglaublichen Serie von Schicksalsschlägen sein.

Zunächst einmal spielt sich das Familienleben jedoch ein. Peter ist und bleibt ein Pflegefall, die beiden älteren Schwestern aber gründen eigene Familien. Enkel werden geboren. Doch dann der nächste Schlag: Der Schwiegersohn erleidet einen Herzinfarkt, und auch seine Frau, die älteste Tochter von Gomberts, stirbt. Die Großeltern nehmen das kleine zur Vollwaise gewordene Mädchen zu sich. „Eine Selbstverständlichkeit“, sagt Ulla Gombert.

Weitere Schicksalsschläge kommen dazu

Dann kommen berufliche Probleme hinzu. Peter Gombert verliert seine Arbeit, bewirbt sich, ist mit 54 Jahren aber offenbar schon zu alt. Dann erleidet er einen Herzinfarkt. Er überlebt ihn, kommt gesundheitlich wieder auf die Beine. Aber seit gut acht Jahren lebt die Familie von Hartz IV.

Immerhin bekommt sie bis heute die Miete für ihre Wohnung zusammen. Wichtig, denn die Räume sind barrierefrei. Seit HELFT UNS LEBEN, die Leser-Spendeninitiative unserer Zeitung vor ein paar Jahren mithalf, das Badezimmer umzubauen, ist auch das an die Bedürfnisse angepasst. „Die Wohnung ist so, wie sie ist, optimal“, findet Paul Gombert.

Bis auf den Eingang eben. Die fünf Stufen sind zum riesigen Problem geworden – seit der nächste Schicksalsschlag die Familie ereilt hat. Die Ärzte haben bei Paul Gombert Krebs diagnostiziert, Metastasen im Kopf inklusive. Eine erste von zwei Operationen war erfolgreich, aber der 62-Jährige ist einfach zu schwach für die komplizierte Prozedur, die nötig ist, um seinen Sohn die Treppen herunterzubekommen. „Und die Zeit arbeitet gegen mich“, ergänzt er nüchtern.

Daher hat er sich schweren Herzens durchgerungen, um Hilfe zu bitten, auch wenn seiner Frau das offensichtlich sehr unangenehm ist. „Ich will doch eigentlich kein Geld von anderen Leuten“, sagt sie im Gespräch mehrfach und sagt sogar mit voller Überzeugung, dass „im Großen und Ganzen doch alles O.-k.“ sei. Auch den Lebensmut habe sie nie verloren, betont sie und bezeichnet sie sich selbst als aufgeschlossen und lebenslustigen Menschen. Und von den Kindern komme ja auch viel Liebe zurück, ergänzt sie noch.

Die Familie hofft auf Hilfe

In Wirklichkeit aber ist ihr die Verzweiflung anzusehen. Sie weiß nicht, wie es mit der Familie weitergehen soll. Denn sie haben sich erkundigt: Der dringend nötige Schrägaufzug für die Treppenstufen würde circa 15 000 Euro kosten, die Krankenkasse aber nur 4000 Euro übernehmen. Die Lücke aus eigener Kraft zu schließen ist – utopisch.

An ein behindertengerechtes Auto wollen sie da gar nicht erst denken, auch wenn das ebenfalls bitter nötig wäre. Denn im kleinen Ford Ka können sie Sohn Peter und seinen Rollstuhl nicht transportieren. Sie sind auf ein Behinderten-Taxi angewiesen, das vorangemeldet werden muss. „Leider melden sich Notfälle bei Peter nicht immer an“, sagt seine Mutter und erzählt, dass sie kürzlich ihren Schwiegersohn rufen musste, damit sie den Sohn „in den einen Wagen quetschen“ und den Rollstuhl in den anderen packen konnten, um dann zur Klinik zu fahren.

Und für „Juxfahrten“ wie zum Drehorgelfest, aber auch zum Friedhof, auf dem die Schwester bzw. Tochter liegt, gibt es das ohnehin nicht. Kürzlich, erzählt Ulla Gombert, habe der Sohn den ganzen Tag geweint, weil er den Vater nach dessen Kopf-Op nicht im Krankenhaus besuchen konnte.

„Das ist kein Zustand mehr. Sie sind immer auf andere Leute angewiesen und überhaupt nicht mehr selbstständig“, findet auch die Nachbarin, die der Familie häufig hilft, aber auch nur begrenzte Mittel hat. „Früher“, erzählt sie, sei Peter einfach mal so bei ihr hereingekommen, auf ein Stück Kuchen. Heute ist das nicht mehr möglich. „Es muss etwas passieren“, steht für sie fest.

HELFT UNS LEBEN bittet um Hilfe für die Familie und hat ein Spendenkonto eingerichtet: Iban
DE72 5705 0120 0000 0013 13, Stichwort „Gombert“.