Archivierter Artikel vom 03.06.2013, 16:47 Uhr

Yamadas Kinder können wieder lachen

Das Erdbeben und der Tsunami im März 2011 hatten die japanische Stadt Yamada schwer getroffen. Rund 3000 Häuser wurden zerstört, 566 Tote und 299 Vermisste waren zu beklagen. Zwei Kinder starben, als sie der Vater aus der einstürzenden Kindertagesstätte in Sicherheit bringen wollte. HELFT UNS LEBEN unterstützte in Japan nun den Wiederaufbau des Kindergartens.

Japanische Kinder tanzen zur Einweihung
Tänze bei der Einweihung der neuen Kindertagesstätte im japanischen Yamada: Das alte Gebäude wurde durch den Tsunami zerstört.
Foto: privat

Ein Drache soll das Haus nun beschützen. Mit einem rituellen Tanz für den Meeresgott wurde die neue Kindertagesstätte in der japanischen Stadt Yamada eingeweiht. Das Singspiel soll auch vergessen machen, was sich hier vor mehr als zwei Jahren ereignete.

Der neue Kindergarten ist hochwassersicher
Der neue Kindergarten ist hochwassersicher.
Foto: privat

Das Erdbeben und der Tsunami im März 2011 hatten die Stadt Yamada schwer getroffen. Rund 3000 Häuser wurden zerstört, 566 Tote und 299 Vermisste waren zu beklagen. Auch die Kindertagesstätte wurde zerstört. Zwei Kinder starben, als sie der Vater aus der Tagesstätte in Sicherheit bringen wollte.

Nun ist die Kindertagesstätte die erste in der Provinz, die nach dem Tsunami wieder aufgebaut wurde. HELFT UNS LEBEN, die Leseraktion unserer Zeitung, hat mit einer Spende von 80 300 Euro den Wiederaufbau unterstützt. Auch der TÜV Rheinland sowie das Aktionsbündnis „Kibo heißt Hoffnung“ haben dazu beigetragen, dass die Kinder wieder ihre Kita besuchen können. Insgesamt spendeten Bürger aus Rheinland-Pfalz 365 000 Euro für die japanische Kita in der Präfektur Iwate, der Partnerregion von Rheinland-Pfalz.

Astrid Becker, Referentin im Familienministerium, hat die rheinland-pfälzische Delegation bei der Einweihung begleitet und auf dieser Reise auch den „Nachhall des Schreckens“ vernommen. „Auf einem Saum von vielleicht 150 Metern konnten wir nur mehr die Grundrisse der Gebäude erkennen.“ Das Meer hatte die Häuser weggeschwemmt. Und auch in den Gesprächen hat Becker festgestellt: „Die Katastrophe hat sich tief in das kollektive Bewusstsein gedrängt. Sie beschäftigt noch heute die Menschen.“

Die neue Kita in Yamada liegt nun etwas erhöht auf einem Hügel. Der Kindergarten gilt heute als hochwassersicher. Bis zu 60 Kinder haben hier Platz.

Die Bewohner der Stadt zeigten sich ausgesprochen dankbar. Zur Einweihung erhielt die rheinland-pfälzische Delegation mehrere Willkommensgeschenke, darunter auch eine Fahne. „Herzlichen Dank an die Menschen aus Rheinland-Pfalz in der Bundesrepublik Deutschland“, steht darauf. „Wir möchten ihnen von tiefstem Herzen danken, dass sie so großes Mitgefühl mit uns und unserer Situation nach der Katastrophe hatten. Durch ihre Hilfe konnten wir den Kindergarten in Yamada wiederaufbauen.“

Die Präfektur Iwate liegt am nördlichen Rand der Hauptinsel Honshu. Iwate und Rheinland-Pfalz pflegen seit 1999 freundschaftliche Beziehungen. Auf der Reise wurden nun die Bande zwischen den beiden Partnergemeinden noch enger geknüpft. Staatssekretärin Margit Gottstein traf sich mit dem Gouverneur von Iwate, Takuya Tasso, zu einem Empfang und Austauschgespräch. Tasso bedankte sich nicht nur für die rheinland-pfälzischen Spendengelder, der Gouverneur zeigte sich auch sehr interessiert für das Thema erneuerbare Energien und die Erfahrungen mit der Energiewende in Rheinland-Pfalz.

Auch Staatssekretärin Gottstein konnte etwas zurückgeben: „Ich freue mich sehr, wenn wir einen Beitrag dazu leisten können, dass die Kinder in unserer japanischen Partnerregion wieder zu einem unbeschwerten fröhlichen Kita-Alltag zurückkehren“, sagte Staatssekretärin Gottstein. „Die Spendenbereitschaft der Rheinland-Pfälzer war groß nach der Naturkatastrophe vom 11. März 2011. Es war,den Menschen ein Herzensanliegen den Opfern des Tsunamis und des Erdbebens zu helfen.“