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Mainz/Wiesbaden

Wiesbadener Räubertrio angeklagt

Drei Männer aus Wiesbaden sind vor dem Landgericht Mainz angeklagt worden. Die Kumpels hatten sich über den Rhein gewagt und als Räuber versucht, weil ihnen Wiesbaden zu heiß schien.

„Ich bin da rein, sagte ,das ist ein Überfall' Als ich fertig war, bin ich raus. Ein Polizeiwagen kam, ich fing an zu rennen.“ Schlicht und einfach war die Aussage von einem von drei wegen Raubes vor dem Landgericht angeklagten Wiesbadenern (alle 22). Und doch drückte sie all das aus, was er am Abend des 2. Februar in Mainz erlebt hatte.


Damals war er nach seiner Aussage auf Druck der Mitangeklagten mit einer Sturmhaube maskiert und mit einer Schreckschusspistole bewaffnet in eine Spielhalle in der Quintinsstraße marschiert und hatte dort eine Angestellte (24) bedroht, sie solle die Kasse öffnen. Dann nahm der Räuber mit einem Griff Scheine und Münzgeld – insgesamt 736 Euro – und wollte sich aus dem Staub machen.
Die Freunde, die die Angaben im wesentlichen bestätigten, sollten unweit der Spielhalle im Auto auf ihn warten. Nur waren sie verschwunden. Aus dem selben Grund, der den Hauptangeklagten veranlasst hatte, Fersengeld zu geben. Ein Polizeiauto auf der Straße, das seine Runden drehte. Natürlich wurden die Beamten auf den 22-Jährigen aufmerksam und nahmen die Verfolgung auf.
Zunächst konnte er sich mit einem Sprung in das leere Becken eines Springbrunnens vor der Christuskirche retten. In dem er nach eigener Aussage eine halbe Stunde auf dem Bauch liegen blieb, ehe er den Mut fand wieder hervorzukommen. Doch der Abend sollte nicht sein Abend werden. Kaum auf dem Weg zum Bahnhof, nahmen Beamte abermals die Verfolgung auf, jetzt sogar mit der Drohung zu schießen. Der Flüchtige versteckte sich in einer Garage, seine Spuren im Schnee aber verrieten ihn.
Im Stich gelassen von den Freunden, frustriert von seinem Schicksal, mag der Wiesbadener ins Grübeln gekommen sein. Vor der Polizei legte er eine Lebensbeichte ab. Eine ganze Raubserie gab er zu, die in der benachbarten Kurstadt bislang unaufgeklärt geblieben war. Und er nannte die Mittäter, auch die Freunde, die jetzt mit ihm auf der Anklagebank sitzen.
Das Trio hatte zunächst wieder etwas in Wiesbaden drehen wollen. Dann war man aber zu dem Schluss gekommen, dass dort das Pflaster zu heiß sei. Die drei fuhren also nach Mainz. Ein verhängnisvoller Entschluss. Der Prozess wird fortgesetzt.

Andrea Krenz

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