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    Weltweit wächst Wut auf die Finanzwelt

    Die Empörung über die Macht der Banken und die sozialen Auswirkungen der Finanzkrise wächst weltweit. Jetzt schwappt die Protestwelle nach Deutschland: In zurzeit neun deutschen Großstädten planen Aktivisten für Samstag, 15. Oktober, Demonstrationen nach dem US-Vorbild.

    Prominenter Fürsprecher: Heiner Geißler glaubt an die Wirkung der Proteste und würde sogar selbst mitmachen.
    Prominenter Fürsprecher: Heiner Geißler glaubt an die Wirkung der Proteste und würde sogar selbst mitmachen.
    Foto: picture alliance / dpa

    Berlin - Die Empörung über die Macht der Banken und die sozialen Auswirkungen der Finanzkrise wächst weltweit. Jetzt schwappt die Protestwelle nach Deutschland: In zurzeit neun deutschen Großstädten planen Aktivisten für Samstag, 15. Oktober, Demonstrationen nach dem US-Vorbild.

    Initiatoren sind neben den Internetaktivisten von „Anonymous“ (Anonyme) auch die Globalisierungskritiker von Attac. So soll es am europaweiten „Aktionstag für echte Demokratie und gegen die Macht der Finanzwirtschaft“ einen Protestmarsch zum Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt geben.

    „Es ist an der Zeit, nach dem Vorbild der Spanier, Griechen und New Yorker auch bei uns auf die Straßen zu gehen und Flagge für echte Demokratie zu zeigen“, sagt Mike Nagler vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Wir verstehen uns als Teil dieser internationalen Demokratiebewegung.“ Und die wächst: Nachdem zunächst nur einige Tausend Aktivisten die New Yorker Wall Street besetzt haben, hat sich die Protestbewegung auf Hunderte US-Städte ausgeweitet. In Boston, San Francisco, Chicago, Atlanta und weiteren Städten wird gegen die teils ruinösen Auswirkungen der Finanzmärkte protestiert. Manchmal sind es nur ein paar Dutzend, anderswo auch ein paar Tausend Demonstranten. Auch in Europa wächst der Widerstand gegen die Bankenmacht, der sich meist über das Internet organisiert.

    Ex-CDU-Generalsekretär und Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler geht davon aus, dass die Proteste nicht spurlos an Banken und Politik vorbeigehen: Immer mehr junge Leute wollen sich nicht mehr von den Finanzmärkten „am Nasenring durch die Manege ziehen lassen“, sagt er. Die Demonstranten in den USA „können den Widerstand der Republikaner, einer Mischung aus Marktgläubigen und Piusbrüdern, gegen die von den G-20-Staaten beschlossene Reform der Finanzindustrie brechen“, sagt Geißler. Damit meint der 81-Jährige, der selbst Attac-Mitglied ist, unter anderem die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer, für die sich zuletzt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr französischer Kollege Nicolas Sarkozy starkgemacht haben.

    Geißler glaubt aber nicht, dass es in Deutschland so schnell zu derart heftigen Protesten wie in den USA kommen wird. „In Deutschland funktioniert der Sozialstaat ja noch in Teilen. Aber wenn die jungen Leute keine Perspektiven bekommen, kann das auch hier negative Folgen haben.“ Wie viele Menschen am kommenden Samstag tatsächlich auf die Straßen gehen, das wissen auch Organisatoren wie Colin Bredow von „Occupy (Besetzt) Frankfurt“ noch nicht. Denn schließlich verabreden sich die Demonstranten im Internet. Wie viele dann an den Protesten teilnehmen, weiß keiner.

    Von Christian Kunst und Sandra Elgaß

    Die Empörung über die Macht der Banken und die sozialen Auswirkungen der Finanzkrise wächst weltweit. Jetzt schwappt die Protestwelle nach Deutschland: In zurzeit acht deutschen Großstädten planen Aktivisten für Samstag, 15. Oktober, Demonstrationen nach dem US-Vorbild. Initiatoren sind neben den Internetaktivisten von „Anonymous“ (Anonyme) auch die Globalisierungskritiker von Attac. So soll es am europaweiten „Aktionstag für echte Demokratie und gegen die Macht der Finanzwirtschaft“ einen Protestmarsch zum Sitz der Europäischen Zen-tralbank in Frankfurt geben.

    „Es ist an der Zeit, nach dem Vorbild der Spanier, Griechen und New Yorker auch bei uns auf die Straßen zu gehen und Flagge für echte Demokratie zu zeigen“, sagt Mike Nagler vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Wir verstehen uns als Teil dieser internationalen Demokratiebewegung.“ Und die wächst: Nachdem zunächst nur einige Tausend Aktivisten die New Yorker Wall Street besetzt haben, hat sich die Protestbewegung auf Hunderte US-Städte ausgeweitet. In Boston, San Francisco, Chicago, Atlanta und weiteren Städten wird gegen die teils ruinösen Auswirkungen der Finanzmärkte protestiert. Manchmal sind es nur ein paar Dutzend, anderswo auch ein paar Tausend Demonstranten. Auch in Europa wächst der Widerstand gegen die Bankenmacht, der sich meist über das Internet organisiert.

    Ex-CDU-Generalsekretär und Stuttgart-21-Schlichter Heiner Geißler geht davon aus, dass die Proteste nicht spurlos an Banken und Politik vorbeigehen: Immer mehr junge Leute wollen sich nicht mehr von den Finanzmärkten „am Nasenring durch die Manege ziehen lassen“, sagt er. Die Demonstranten in den USA „können den Widerstand der Republikaner, einer Mischung aus Marktgläubigen und Piusbrüdern, gegen die von den G-20-Staaten beschlossene Reform der Finanzindustrie brechen“, sagt Geißler. Damit meint der 81-Jährige, der selbst Attac-Mitglied ist, unter anderem die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer, für die sich zuletzt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr französischer Kollege Nicolas Sarkozy starkgemacht haben.

    Geißler glaubt aber nicht, dass es in Deutschland so schnell zu derart heftigen Protesten wie in den USA kommen wird. „In Deutschland funktioniert der Sozialstaat ja noch in Teilen. Aber wenn die jungen Leute keine Perspektiven bekommen, kann das auch hier negative Folgen haben.“ Wie viele Menschen am kommenden Samstag tatsächlich auf die Straßen gehen, das wissen auch Organisatoren wie Colin Bredow von „Occupy (Besetzt) Frankfurt“ noch nicht. Denn schließlich verabreden sich die Demonstranten im Internet. Wie viele dann an den Protesten teilnehmen, weiß keiner.

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