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    Weltmeister nervös wie nie zuvor

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    Thomas Abel (rechts) und Christian Heß müssen sich als Weltmeister von 2006 und 2007 noch mal durch die Zweite Liga quälen.
Foto: Michael Thomé
    Thomas Abel (rechts) und Christian Heß müssen sich als Weltmeister von 2006 und 2007 noch mal durch die Zweite Liga quälen.
    Foto: Michael Thomé

    Ein rabenschwarzer Tag. "Blackout." Eine andere Erklärung fand Sven Beller für diese Begebenheit nicht. Der Radballtrainer des RV Hechtsheim war sicher davon ausgegangen, dass er in der nächsten Saison wieder ein Bundesligapaar betreut. Was niemand für möglich gehalten hatte: Die Hechtsheimer Thomas Abel/ Christian Heß, Weltmeister von 2006 und 2007, Deutscher Meister und Vize-Weltmeister von 2008, sind in der Aufstiegsrunde gescheitert. Als die im Prinzip für unschlagbar gehaltenen Topfavoriten. Durchaus eine Sensation.

    Nach Rücktritt und Comeback hatten Abel/Heß in der Zweiten Liga wieder anfangen müssen. 22 Siege und ein Unentschieden lautete die Bilanz der beiden Ex-Weltmeister im Unterhaus. Die Aufstiegsrunde am vergangenen Wochenende in Kamp-Lintfort im Rahmen der Deutschen Hallenradsportmeisterschaften galt nur als Formsache. Die in der Zweiten Liga ungeschlagenen Hechtsheimer hätten nur Dritte werden müssen im Sechserfeld. Abel/Heß wurden Letzte. Unvorstellbar.

    Der RC 07 Iserlohn (15 Punkte), der RVS Obernfeld 2 (10 Punkte) und der RKV Denkendorf (6 Punkte) schafften den Sprung in die Bundesliga. Der RV Hechtsheim blieb nach einem Sieg und vier Niederlagen bei drei Punkten hängen. Ein einziger weiterer Sieg hätte zum Aufstieg gereicht. Desolat. "Eigentlich unfassbar", sagte Trainer Sven Beller. "Ich habe bis heute keine Antwort darauf, was da passiert ist. Ich kann diese Frage nicht beantworten." Er wisse nur: "Abel/Heß hätten hier eigentlich alle ihre Spiele mehr oder weniger deutlich gewinnen müssen."

    Vom Start weg defensive Probleme

    Unerklärlich nervös sei sein Duo gewesen, so Beller. Schon im ersten Spiel. Da reichte es noch zu einem glücklichen 4:2 gegen den RSV Leeden I. "Defensiv war das auch da schon eine Katastrophe", analysierte Beller. Dem folgte eine 2:4-Niederlage, gegen den RMC Stein 2 - den die Hechtsheimer kürzlich im Pokal mit 10:1 überfahren hatten. Gegen den späteren Aufsteiger RC 07 Iserlohn setzte es ein 5:6, da hatten Abel/Heß zwischenzeitlich aus einem 1:4 bis zur Pause noch ein 4:4 gemacht.

    Dazu gesellte sich noch eine Verletzung. Beim Stand von 2:4 gegen den RKV Denkendorf wurde Christian Heß als Torhüter aus kurzer Entfernung mit voller Wucht am Kinn getroffen. Knockout. Am Ende hieß es 3:4. Zum Abschluss unterlagen die abwehrschwachen Hechtsheimer auch noch dem RVS Obernfeld 2 mit 3:5.

    "Irgendwie sind die beiden mit der Favoritenstellung nicht klar gekommen", vermutet Beller. Angst vor einer Blamage? Dass die beiden 35 Jahre alten Radballer, die voll im Berufsalltag stehen, kaum noch miteinander trainieren können, spiele da keine Rolle. "Das zieht nicht als Ausrede. Das war ja in der Zweiten Liga nicht anders." Die Motivation sei hoch gewesen. Der Trainer: "Den beiden war es in der Zweiten Liga einfach zu langweilig, die wollten unbedingt wieder hoch." Hat nicht geklappt. Auch der Verein war traurig. Im Vorjahr waren die jungen Janis Stenner/Moritz Rauch in der Aufstiegsrunde gescheitert.

    Thomas Abel hat Sport studiert. Der 35-Jährige arbeitet inzwischen in Gießen für den Deutschen Olympischen Sportbund als Koordinator für Reiten, Schießen und Modernen Fünfkampf. Abel war vor Ort bei den Olympischen Spielen in London. Christian Heß arbeitet als Versicherungskaufmann. Da bleibt in der Regel nur Zeit für ein wenig Einzeltraining. Vor der Aufstiegsrunde in Kamp-Lintfort sah der Trainer seine Schützlinge exakt viermal gemeinsam in der Halle. "Die persönliche Enttäuschung war jetzt riesengroß bei den beiden", resümierte Beller. "Aber ich gehe davon aus, dass sie ihre Karriere fortsetzen, sie wollen noch mal Bundesliga spielen." Reinhard Rehberg

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