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Mainz

Walter Strutz ist der neue Citymanager

Der neue Citymanager wird ein Liberaler sein. Dienstagabend wählte der Vorstand von Mainz City Management Walter Strutz zum Nachfolger von Klaus Hammer (SPD).

Frisch gewählt: Walter Strutz.
Frisch gewählt: Walter Strutz.

Sieben Stimmen entfielen in einer geheimen Wahl, wie Vereinschef Hansjürgen Doss kurz nach dem Votum betonte, auf den ehemaligen Staatssekretär und Landtagsabgeordneten. Seine Konkurrentin, die Einzelhändlerin Dagmar Wolf-Rammensee, hatte nur drei Unterstützer. "Ich glaube, dass wir die richtige Wahl getroffen haben", sagte Doss.

Nun hat Strutz noch zweieinhalb Monate Zeit, um sich auf sein neues Ehrenamt vorzubereiten. Denn der 69-jährige Hammer verabschiedet sich im Juni in den Ruhestand. Bis dahin will er seinen Nachfolger auf die Aufgaben vorbereiten. Dass der 63-jährige Strutz ein guter Citymanager sein wird, ist für Hammer keine Frage. Denn der Liberale habe "ähnliche Netzwerkideen" wie er selbst.

Und ein gutes Händchen braucht Strutz wohl auch, um eine gute Figur abzugeben. Diesen Eindruck kann man zumindest bekommen, wenn man Hammer über künftige Aufgaben sinnieren hört: Mit Dieter Grünewald, der gegen eine Abwertung des Neubrunnenplatzes und dessen Umfeld wettert, müsse gesprochen werden. Der Investor ECE, der an der Ludwigsstraße ein Einkaufscenter aus dem Boden stampfen will, ist ebenfalls ein Gesprächspartner für den kommenden Citymanager. Gleiches gilt für Möbel Martin. Hier müsse sein Nachfolger in einem "Spannungsfeld" ausgleichend wirken – gerade auch im Interesse der Mainzer Einzelhändler.

Strutz seinerseits setzt auf Kontinuität und neue Ideen. Zum einen will er die Arbeit des "sehr erfolgreichen" Hammer fortführen. Er denke hier vor allem an die Projekte "Elternalarm" und "Zu Gast in der eigenen Stadt". "Das sind zwei Diamanten, die man noch sehr gut schleifen kann", findet der ehemalige Staatssekretär.

Darüber hinaus will er "eigene Akzente" setzen. Hier denkt er etwa an den Erfolg der Aktion "Stadt der Wissenschaft". Das ist für Strutz ein Modell, dass auf andere Bereiche übertragbar ist. Und schließlich will er, dass die Stadt im Jahr 2016, wenn Rheinhessen seinen 200. Geburtstag feiert, eine Vorreiterfunktion einnehmen. Doch er sieht sich nicht nur als Mann für große Aktionen: Auch für die "Graswurzelarbeit" wenn es etwa um neue Papierkörbe in der Stadt geht, will er sich nicht zu fein sein. Er habe von seiner Geburtsstadt sehr profitiert. Nun wolle er einen Teil davon zurückgeben, so Strutz.

Für seine neue Aufgabe sieht sich das FDP-Mitglied gut gerüstet, weil er den Vorteil habe, dass er bestehende Strukturen mit anderen Augen sehe. Zugleich will er aber auch auf die Erfahrung der Einzelhändler, die ihm abgehe, zurückgreifen. Das gelte insbesondere auch für die unterlegene Bewerberin um das Amt des Citymanagers, Wolf-Rammensee.

Doss zeigte sich vor allem von de "umfassende Sicht der Dinge", die Strutz präge, überzeugt. Deshalb zeigte er sich verärgert über die Kritik der Grünen, dass der Verein eine gut dotierte Stelle heimlich ausgekungelt habe. Man habe immer offen und entsprechend der Vereinssatzung agiert. Die Grünen seien zudem herzlich eingeladen sich beim Verein, der derzeit 163 Mitglieder hat, zu beteiligen.

Und die 35 000 Euro, die der Citymanager seit etwa zweieinhalb Jahren erhält, sind laut Hammer gar nicht so viel, wenn man die Steuerlast des als selbstständig eingestuften Citymanagers und den Arbeitsaufwand bedenke. Deshalb sind laut Hammer und Doss Politrentner, die sich bereits ein finanzielles Polster erarbeitet und viel Erfahrung sowie Kontakte haben, bestens für das Amt des Citymanagers geeignet. Heiko Beckert

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