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Wahlzeit: Trotz der Kinder – Mit vielem ist sie ganz allein

Eine starke Frau: Sie geht Vollzeit arbeiten und ist alleinerziehende Mutter. Cordula S. muss Arbeit, Haushalt und die Betreuung ihrer 13-jährigen Tochter sowie ihres elfjährigen Sohnes organisieren. Eine große Herausforderung für die Westerwälderin. Foto: Verena Hallermann
Eine starke Frau: Sie geht Vollzeit arbeiten und ist alleinerziehende Mutter. Cordula S. muss Arbeit, Haushalt und die Betreuung ihrer 13-jährigen Tochter sowie ihres elfjährigen Sohnes organisieren. Eine große Herausforderung für die Westerwälderin. Foto: Verena Hallermann

Plötzlich ist sie allein nach einer Trennung, muss sich um die Kinder und den Haushalt kümmern, sich im Job beweisen. Was kann die Politik tun, um Frauen wie Cordula S. zu unterstützen?

Lesezeit: 3 Minuten
Cordula S. ist alleinerziehende Mutter. Sie geht Vollzeit arbeiten, kümmert sich nach ihrem Job um die Kinder, um den Haushalt. Sie fährt ihren Sohn und ihre Tochter regelmäßig zum Sport, Musikunterricht, zu Freunden, hilft ihnen bei den Hausaufgaben, nimmt Elternabende und Arzttermine wahr, kocht, putzt – eine Vielzahl von Aufgaben, ...
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Andreas Nick: Ein Plus beim Kindergeld

Kinder sind eine einmalige Bereicherung. Alle Eltern, besonders Alleinerziehende, brauchen dazu finanzielle und gesellschaftliche Unterstützung.

Daher werden wir schrittweise den Kinderfreibetrag auf das Niveau des Erwachsenenfreibetrags anheben und das Kindergeld in einem ersten Schritt um 300 Euro pro Kind und Jahr erhöhen. Betreuungskosten und die Kosten für andere haushaltsnahe Beschäftigte können steuerlich geltend gemacht werden. Ist die oder der Alleinerziehende akut krank, kann bei der Krankenkasse eine Haushaltshilfe beantragt werden. Eine Trennung ist sowohl für die Kinder als auch für die Eltern eine große Belastung. Mit Rat und Tat stehen hier viele Sozialeinrichtungen bei juristischen und finanziellen Fragen sowie bei Problemen rund um die Organisation einer Ein-Eltern-Familie zur Seite. Die Leistung der alleinerziehenden Elternteile ist in hohem Maße anerkennenswert, deren Unterstützung uns auch weiter sehr am Herzen liegt. Durch einen neuen Rechtsanspruch auf Betreuung im Grundschulalter helfen wir jungen Familien und Alleinerziehenden, Arbeit und Familie besser miteinander zu verbinden.

Gabi Weber: Familientarif mit Kinderbonus

Mir als alleinerziehender Mutter und Berufstätiger war stets wichtig, dass ich selbst für meinen Sohn und mich sorgen konnte, ich kenne also die Problematik.

Alleinerziehende leisten durch Kinderbetreuung und Job doppelte Arbeit. Notwendig sind strukturelle und finanzielle Entlastungen. Durch finanzielle Unterstützung möchten wir Spielräume für die kleinen Familien schaffen und beabsichtigen: einen Familientarif mit Kinderbonus, wodurch Kinder statt Ehen gefördert werden; ein erweitertes Kindergeld, das unbürokratischer als bisher einen Zuschlag ermöglicht; eine Familienarbeitszeit zur ausgewogeneren Aufteilung von Familie und Beruf, bei der die reguläre Arbeitszeit gesenkt und monatlich 300 Euro als Ausgleich gezahlt werden; zudem eine Entlastung bei den Sozialabgaben. Alles Geld hilft nicht, wenn während der Arbeitszeit die Kinderbetreuung nicht gewährleistet ist. Daher schaffen wir einen Rechtsanspruch auf kostenlose Ganztagsbetreuung von der Kita bis ins Grundschulalter und werten den Erzieherberuf auf. Mit diesem Mehr an Zeit und Geld können Alleinerziehende entscheiden, ob sie sich etwa eine Haushaltshilfe oder eine Tagesmutter leisten.

Michael Musil: Das Geldsystem ist krank

Dieses Beispiel zeigt überdeutlich, wie wichtig ein bedingungsloses Grundeinkommen von der Wiege bis zur Bahre ist.

Hätte die Mutter das Grundeinkommen von drei Personen zur Verfügung, wäre einiges einfacher für sie. Dieses Grundeinkommen darf allerdings nicht auf dem anachronistischen Prinzip der Steuererhebung und der anschließenden Umverteilung stattfinden. Das Grundeinkommen muss unabhängig vom herrschenden Geldsystem vom Staat emittiert werden. Steuern und Sozialabgaben würden in so einem System überflüssig, die Abhängigkeit von Kapitalhaltern würde aufgelöst. Die desolaten Zustände auf allen sozialen Ebenen sind ausschließlich eine Folge unseres kranken Geldsystems. Unser Schulsystem in allen Bereichen vermittelt diese Gläubigkeit nach wie vor, um die Bürger an der Leine zu halten. Visionäre Alternativen werden ignoriert oder lächerlich gemacht. Dass es funktionieren kann, zeigt ein seit 17 Jahren laufender Modellversuch im Westerwald. Das Grundeinkommen würde auch den Arbeitsmarkt für Betreuer neu gestalten. Das Problem betrifft nicht nur Alleinerziehende, sondern auch Eltern von behinderten Kindern, die einer Betreuung bedürfen.

Martin Klein: Elterngeld Plus einführen

Die Linke will Alleinerziehende stärken. Sie sind am stärksten von Armut betroffen und werden vielfältig diskriminiert: beim Zugang zu Ausbildung und Arbeit, Teilhabe am öffentlichen Leben und Chancengerechtigkeit für Kinder in der Bildung.

Die Linke fordert deshalb, dass der Bezug von Elterngeld, vor allem von Elterngeld Plus für Alleinerziehende, verbessert wird. Zudem benötigen Alleinerziehende mehr Unterstützung, um ins Berufsleben zurückkehren zu können. Kranksein ist für Eltern kleiner Kinder fast immer eine Belastung – für Alleinerziehende kann es zu einer Katastrophe werden. Langwierige Genehmigungsverfahren für eine Haushaltshilfe der Krankenkassen helfen hier kaum. Die Linke streitet für eine Gesellschaft, in der sämtliche Leistungen für Bildung, Kinderbetreuung und Erziehung sowie öffentlicher Güter wie Mobilität, Kultur und Freizeitangebote für Kinder kostenfrei zur Verfügung stehen. Wir wollen ein ausreichendes Ganztags-Betreuungsangebot für Kinder schaffen: Darauf sollen Kinder einen Rechtsanspruch haben. Bei der Bereitstellung von Kita-Plätzen soll der Bedarf und nicht eine beliebige Quote gelten.

Thorsten Hehl: Gute Angebote für Betreuung

Wir Freie Demokraten respektieren es in höchstem Maße, was Alleinerziehende im täglichen Leben leisten.

Neben dem Berufsalltag hundertprozentig für die Kindeserziehung verantwortlich zu sein, ist eine äußerst hohe Belastung. Natürlich besteht in diesem Bereich Handlungsbedarf. Damit alleinerziehende Väter und Mütter Beruf und Familie besser vereinbaren können, wollen wir flexible Angebote zur Kinderbetreuung fördern. Zentrale Grundlage hierfür ist ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot mit hohen Standards der frühkindlichen Bildung. Verlässlichkeit muss auch in der Schule gegeben sein. Überall in Deutschland fallen Hunderte Schulstunden aus. Schüler müssen jedoch lückenlos weltbeste Bildung erhalten, während Eltern Sicherheit in der Tagesplanung haben müssen. Daher setzen wir uns für eine Unterrichtsgarantie ein, die sicherstellt, dass bei Engpässen das notwendige Personal für die Versorgung vorhanden ist. Zudem wollen wir Änderungen in der Struktur der Steuerklassen vornehmen. Möglichkeiten sehen wir im Kindergeld 2.0, das alle kindesbezogenen Leistungen bündelt und Eltern bürokratisch entlastet.

Astrid Angelika Bergmann-Hartl: ???

Trotz einer rechtzeitigen Anfrage unserer Zeitung an Astrid Angelika Bergmann-Hartl haben sich die Freien Wähler nicht zum Thema „Alleinerziehende“ geäußert.

Die Anfrage erfolgte zeitgleich mit den gleichlautenden Anfragen an die Direktkandidaten von CDU, SPD, Bündnisgrünen, der Linken und der FDP.