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Abstiegskampf

VfB Bodenheim: Moral intakt, aber die Offensive zu harmlos

Im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Verbandsliga kann der VfB Bodenheim zwar nach wie vor auf die eigenen Künste vertrauen. Die realistischere Perspektive jedoch bietet wohl die Hoffnung darauf, dass Alemannia Waldalgesheim nicht aus der Oberliga absteigt und somit kein dritter Verbandsligist in die Landesliga muss.

Nach dem Strafstoß zum 0:2 durch Matthias Lang gab der VfB Bodenheim die Partie noch nicht verloren, schaffte aber nur noch ein Tor.
Nach dem Strafstoß zum 0:2 durch Matthias Lang gab der VfB Bodenheim die Partie noch nicht verloren, schaffte aber nur noch ein Tor.
Foto: Harry Braun

Abstiegskampf – Im Kampf um den Verbleib in der Fußball-Verbandsliga kann der VfB Bodenheim zwar nach wie vor auf die eigenen Künste vertrauen. Die realistischere Perspektive jedoch bietet wohl die Hoffnung darauf, dass Alemannia Waldalgesheim nicht aus der Oberliga absteigt und somit kein dritter Verbandsligist in die Landesliga muss.

Denn auch gegen den die TSG Pfeddersheim reichte es für die Bodenheimer nicht, um kurz vor dem Einbiegen auf die Saison-Zielgerade dem rettenden 14. Tabellenplatz näherzukommen. Das 1:3 (0:0) gegen den Spitzenreiter war eine Niederlage der Kategorie "geht in Ordnung", bot aber in einer gewissen Phase dennoch die Chance auf einen zählbaren Erfolg.

Pech für den VfB war, dass die Pfeddersheimer durch die Heimpleite der SpVgg Ingelheim vom Samstag euphorisiert anreisten. Neun Stammspieler fehlten den Gästen, "deshalb hatte auch einen riesigen Respekt vor dem Spiel", sagte ihr Trainer Norbert Hess.

Viel Einsatz in der Defensive

Zunächst entwickelte sich ein typisches Machtverhältnis im Duell eines Abstiegskandidaten gegen einen Titelanwärter: Die Bodenheimer versuchten mit viel Einsatz und Aufwand, ohne jedoch einige kritische Momente verhindern zu können, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten. Nach vorne ging erst einmal gar nichts. Das hatte auch damit zu tun, dass praktisch jeder Ball, den die VfB-Abwehr auf gut Glück in die Pfeddersheimer Hälfte schlug, Beute der kopfballstarken TSG-Defensive wurde. "Realistisch betrachtet, hätten die Pfeddersheimer früh schon mit zwei oder drei Toren führen können", räumte VfB-Spielertrainer Oliver Rapp ein.

Doch nicht nur Glück, sondern auch ein starker Tag von Ruben Ragg half, die Gästeführung hinauszuzögern. Vor allem als mitspielender Keeper, der Pässe in die Spitze ablief, verstärkte Ragg die Abwehrkette seines Teams. Auf der Linie bekam er eher wenig zu tun; ein Beleg dafür, dass die Pfeddersheimer ihre Feldüberlegenheit nicht gerade optimal ausnutzten.

In der Schlussviertelstunde der ersten Hälfte kamen die Bodenheimer besser ins Spiel, weil sie geduldiger nach vorne spielten. "Leider haben Alfonso und ich viele der Bälle wieder verloren", bedauerte Rapp. Doch als er Offensivpartner Alfonso Sepe kurz vor der Pause den Ball in die Gasse schickte, zeigte sich das Dilemma des VfB-Angriffs: Ehe Sepe sich zu schießen entschloss, wurde er von einem Gegenspieler eingeholt und abgeblockt.

TSG hat vorne mehr zu bieten

Dass die Pfeddersheimer da mehr zu bieten haben, entschied die über 60 Minuten von den Bodenheimern gleichwertig gestaltete Partie. Sebastian Klein hatte gerade noch die erst Großchance des VfB vergeben, da stolperte auf der anderen Seite Abwehrmann Luse Alexis aus kurzer Distanz einen Ball ins Tor, den der VfB mehrere Sekunden lang nicht aus dem Strafraum bekommen hatte (58.). Kurz danach verlor Nelson Kari-Kari nach eigenem Freistoß einen Ball, Simon Riebel kam gegen Kevin Gotel zu spät und verursachte einen Strafstoß, den Matthias Lang zum 0:2 nutzte (61.).

Dass das Bodenheimer Team im Herzen und in der Moral noch intakt ist, bewies es direkt danach: Igor Heizmann drang energisch über links durch und passte parallel vors Tor, wo Alessandro Oriana einschieben konnte (1:2, 62.). Nun wurde es haarig für die TSG; der VfB legte nach und baute minutenlang starken Druck auf.

Aufregung löste eine Aktion von Gäste-Schlussmann Thorsten Müller aus, der einen Schussversuch Heizmanns kurz vor dem Strafraum abblockte und den Bodenheimer beim Weiterlaufen glatt umrannte. Da Heizmann in diesem Moment wieder in Ballbesitz war, hätte Schiedsrichter Matthias Fuchs das Foul des Keepers als Notbremse werten können. Doch zwei Abwehrspieler hatten direkt nebendran gestanden, so dass Müller nicht letzter Mann war – vermutlich deshalb beließ Fuchs es zum Entsetzen der Bodenheimer bei der Gelben Karte (75.).

Die Szene war nicht nur wegen einer möglichen Überzahl der Bodenheimer relevant für die weitere Partie, sondern auch, weil die TSG keinen Ersatztorhüter auf der Bank hätte. "Wer weiß, vielleicht hätten wir dann nur noch Verzweiflungsschüsse abgegeben", mochte Rapp sich allerdings nicht allzu sehr an dieser Entscheidung aufhängen. Die offensiven Umstellungen bezahlte der VfB drei Minuten vor dem Ende mit dem 1:3 durch Gregor von Ehrlich – auch dies ein sauber herausgespielter Angriff, wie er den Bodenheimern selbst in ihrer Druckphase nicht so recht gelingen wollte.

Alemannia Waldalgesheim hat sich übrigens in der Oberliga nach der jüngsten Niederlage fürs Erste auf einem Abstiegsplatz festgesetzt. Vielleicht sollte der VfB Bodenheim doch noch auf die eigenen Kunst setzen...

Guido Steinacker

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