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    VC Mendig verliert Gipfeltreffen in Leipzig

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    "Ich glaube, dass damit eine Vorentscheidung im Titelrennen gefallen ist", meinte Spielführer Christoph Schwenk nach 110 Minuten Kampf, Leidenschaft, Drama und spielerischer Klasse. "Leipzig hat jetzt eindeutig die besten Karten, einen Lauf und das leichteste Restprogramm."

    Das Duell zwischen den bis dahin punktgleichen Teams am viertletzten Spieltag hatte alles, was eine Begegnung auf diesem Niveau braucht. "Es war ein Kampfspiel vom Feinsten, auf einem sehr ansprechenden spielerischen Niveau", so Schwenk. "Erst recht, bedenkt man, um was es für beide Mannschaften ging." Vor diesem Hintergrund urteilte auch VC-Coach Bernd Werscheck: "Das war eines Spitzenspiels würdig, vom ersten bis zum letzten Ballwechsel – den hat nur leider Leipzig gewonnen."

    Spiel wie ein wilder Wellenritt

    Das Spiel glich einem wilden Wellenritt, bei dem am Ende die Sachsen obenauf waren und die Mendiger baden gingen. Verlässlich am Spielverlauf war nur, dass irgendwann immer mit einer Wendung zu rechnen war. Im ersten Abschnitt führte die Eintracht mit Zuspieler Tomas Kocian am Vorabend seines 23. Geburtstages, den Außenangreifern Niklas Rademacher und Sven Dick, den Mittelblockern Manuel Handels und Mario Birk, Diagonalangreifer Schwenk und Libero Konstantin Skok bereits mit 21:17, ehe sie bei einer Aufschlagserie des früheren Burgbrohlers Erik Wichert sechs Punkte kassierte. "Das war schon eine geniale Performance von Erik", zollte Schwenk dem starken Leipziger Hauptangreifer Anerkennung – "trotzdem haben wir uns im ersten Satz selbst um unseren Lohn gebracht."

    Ähnlich in Durchgang zwei, als der VC – nun mit Davic Meder statt Birk in der Mitte – zum 23:23 ausglich, dann aber von einer strittigen Schiedsrichterentscheidung aus dem Konzept gebracht wurde und auf einmal 0:2 nach Sätzen hinten lag. Im dritten waren dann die Volleys lange vorn, hatten bei 24:23 sogar schon Matchball, den Mendig mit Hilfe des überragenden und immer wieder spektakulär verteidigenden Liberos Skok abwehrte. "Wir haben um jeden Zentimeter gefightet und uns zurückgekämpft", sagte Kapitän Schwenk. "Aber wir hätten das Ding natürlich auch 0:3 verlieren können, da war im dritten Satz etwas Glück dabei."

    Glück, das die Gäste im vierten Abschnitt nicht benötigten, den sie weitgehend beherrschten. Und Glück spielte auch im finalen fünften Satz keine Rolle, eher schon Nervenstärke und der Heimvorteil. Die Hausherren drehten in heimischer Brüderhalle – wegen der lautstarken Fans gern auch als "Brüderhölle" tituliert – in den entscheidenden Momenten auf. Bei 8:6 nutzten sie eine VC-Annahmeschwäche, profitierten davon, dass der ansonsten starke Schwenk nicht punkten konnte und fuhren den daraus resultierenden Vier-Ballpunkte-Vorsprung im Stile des neuen Tabellenführers souverän nach Hause. "Es waren nur kleine Unterschiede", sagte VC-Coach Werscheck. "Leipzig hat hinten raus einfach weniger Fehler gemacht."

    Klare Steigerung

    So musste Mendig die fünfte Niederlage aus den letzten sechs Auswärtsspielen quittieren. Sie kam allerdings nach einer Topleistung zustande: "Das war eine klare Steigerung im Vergleich zu den letzten Auswärtsspielen", sagten Trainer und Kapitän unisono. "Umso ärgerlicher ist, dass wir unsere Chance liegen gelassen haben." Der Mendiger Kapitän Schwenk berichtete aus dem Innenleben der Mannschaft: "Wir haben nicht versagt, sondern ein tolles Comeback geschafft. Dass das nicht gereicht hat, macht uns ziemlich niedergeschlagen."

    Also ist das Titelrennen wirklich gelaufen? Am Ende wollte der 33-Jährige seinen Traum von der Meisterschaft dann doch nicht ganz aufgeben: "Es ist noch nicht vorbei." Und Werscheck ergänzte: "Es sind noch sechs Punkte zu vergeben. Wir spielen weiter volle Pulle – und sollte Leipzig doch noch mal straucheln, sind wir da."

    VC Mendig: Kocian, Dick, Rademacher, Schwenk, Handels, Birk, Skok, Meder.

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