Archivierter Artikel vom 17.09.2013, 08:22 Uhr

Thomas Stangl: „Regeln des Tanzes“

Demonstrationen gegen die österreichische ÖVP/FPÖ- Regierung in Wien im Februar 2000 sind die Kulisse des neuen Romans von Thomas Stangl. Der Autor beschreibt in „Regeln des Tanzes“ aber nicht die politischen Ereignisse, sondern spiegelt aus der Innenperspektive von drei Figuren Empörung, Aufruhr und Ohnmacht.

Ein gealterter, einst mit Kunsttheorie befasster Wissenschaftler und zwei Schwestern, Studentinnen und Tänzerinnen, erzählen im Wechsel über ihre Streifzüge durch Wien. Die beiden Schwestern leiden unter dem Suizid ihres Vaters. Sie leben „in Erinnerung an eine Katastrophe und in Erwartung einer Katastrophe“.

Leere, Langeweile, Einsamkeit, Angst und Sinnlosigkeit verbinden sie innerlich mit der dritten Figur, Dr. Walter Steiner. Stangls Roman ist kunstvoll konzipiert, sehr dicht geschrieben und strotzt vor Bildern und Mehrdeutigkeiten.

Thomas Stangl, „Regeln des Tanzes“, Droschl, 278 Seiten, 22 Euro