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Studenten werkeln im Untergrund der Markthäuser

Mainz – "Wie sie sehen, sehen sie nichts", steht auf dem Plakat. Das Plakat ist eine Wandzeitung namens "unsichtbar". Und dass es (noch) nichts zu lesen gibt, ist durchaus gewollt: Wie das Wissenschaftsblatt mit Leben gefüllt wird, sollen die Mainzer schließlich mitbekommen. Denn im Keller der Markthäuser, dem Dom direkt gegenüber, geht es ab sofort um Wissenschaft live.

Mainz – "Wie sie sehen, sehen sie nichts", steht auf dem Plakat. Das Plakat ist eine Wandzeitung namens "unsichtbar". Und dass es (noch) nichts zu lesen gibt, ist durchaus gewollt: Wie das Wissenschaftsblatt mit Leben gefüllt wird, sollen die Mainzer schließlich mitbekommen. Denn im Keller der Markthäuser, dem Dom direkt gegenüber, geht es ab sofort um Wissenschaft live.

Das "Skop", ein Projekt der Fachhochschule, hat die Räume bezogen. Mitten ins Leben, ins Herz der Stadt zu holen, was sonst in düsteren Studierstuben passiert, ist das Ziel.

Schon jetzt gibt es in den Kellerräumen viel zu sehen. Trotzdem war die Vernissage war mehr eine Labor-Eröffnung, als der Startschuss zu einer Ausstellung: Die meiste Arbeit liegt schließlich noch vor den Studis. Im Masterstudiengang "Gutenberg Intermedia" sind die noch zwei Semester beschäftig. Die FH und Mainz als "Stadt der Wissenschaft" bieten ihnen dazu einen Rahmen mit viel Praxisbezug.

"Schauen sie zu, wie sich die Skop-Projekte entwickeln", ermutigte Prof. Dr. Isabel Naegele die Gäste. Die Silbe "skop" ist griechisch. Sie finde sich in Wörtern wie Periskop und Mikroskop, erklärte FH-Präsident Prof. Dr. Gerhard Muth: "Es geht darum, Dinge zu betrachten."

Das kann man hier gut, zu sehen gibt es eine ganze Menge: An der Wand zum Beispiel hängt eine Reihe LED-Tafeln. "Wie häufig trinken Sie Wein?" wird man dort gefragt. Oder, was man von technischen Hilfsmitteln im Bundesliga-Fußball hält. Ziel der Installation von Fábio Prat und Gesa Siebert: Besucherprofile erstellen. Denn zu jeder Frage gibt es einen Ziffernblock, auf dem Gäste ihre Antworten eintippen sollen. Wenn die Tafeln fertig verkabelt sind, bekommt man sogar einen Ausdruck mit den eigenen statistischen Werten. "Gute Fragen eigentlich", grübelte Rainer Beck vor den Tafeln.

Vielleicht sei es nur ein bisschen peinlich, so viel über sich preiszugeben, meinte der Gast, "aber ich mag die Denkanstöße." Genau darum geht es: Wissenschaft visualisieren, greifbar machen. Und experimentieren, wie das klappen kann. Dazu gehört auch, dass manche Dinge nicht funktionieren: "Klar, dass auch mal Sachen ins Leere laufen werden", meinte Studentin Annika Goepfrich.

Die Projekte wollen eher Fragen stellen, als Antworten liefern. "Kann man die Welt überhaupt klassifizieren?", das sei ihr Thema, erklärte Flávia Nalon. Mit zwei Kommilitonen stellt sie jedes Schubladendenken auf den Kopf: Zieht man das Fach "Vierfüßer" aus einem Schrank, erscheinen auf der Leinwand dahinter Menschen und Tiere. Ergänzt man um die Schublade "symmetrisch", wird es schon schwieriger. "Und was ist mit Schönem und Hässlichen?", fragt Nalon. Die Welt in Schubladen einzuordnen, ist eben alles andere als leicht. Erkenntnisse wie diese aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft zu holen, das kann sich viel wert sein. Alexander Hoffmann

Zu sehen bis zum 30. Juni. Außer montags und freitags werkeln die Studis an allen Tagen jeweils von 12-18 Uhr.

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