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Mainz

Serie "24 Stunden in Mainz", Teil 17: In der Kita Neustadtzentrum geht's rund

„24 Stunden in Mainz“: Auch am Nachmittag gibt es in einer Kindertagesstätte viel zu tun. Die MRZ besuchte die Kita Neustadtzentrum.

Gut gelaunt sind die „Marienkäfer“ in der Kita Neustadtzentrum mit ihrer Erzieherin Nicole Ruthard. Gemeinsam vertreiben sie sich Zeit in der Kuschelecke, während es draußen regnet. Selbst zu später Nachmittagsstunde halten die Kinder ihre Betreuerin auf Trab.
Gut gelaunt sind die „Marienkäfer“ in der Kita Neustadtzentrum mit ihrer Erzieherin Nicole Ruthard. Gemeinsam vertreiben sie sich Zeit in der Kuschelecke, während es draußen regnet. Selbst zu später Nachmittagsstunde halten die Kinder ihre Betreuerin auf Trab.
Foto: Harry Braun

Mainz – Spielen, basteln, malen und toben – und das jeden Tag. So sieht der Tag eines Kita-Kindes aus. Ein sehr sorgloses Leben, wenn man an den Spaß mit Spielkameraden und den tollen Aktionen in der Gruppe denkt. Doch das Kita-Leben kann nur zum Vergnügen werden, wenn auch jemand auf die Sprösslinge aufpasst. Jemand wie Nicole Ruthard, Erzieherin in der Ganztags-Kindertagesstätte Neustadtzentrum.

Ab 16 Uhr wird es doch bestimmt ruhiger im Haus am Goetheplatz, könnte man vielleicht denken. Die Kinder sind brav und brauchen kaum Unterhaltung... Von wegen! Wer sich so den Job einer Erzieherin vorstellt, liegt falsch. „Ich will draußen spielen", ruft Sara der Erzieherin zu. Die Vierjährige gehört zur Marienkäfer-Gruppe, der Truppe von Nicole Ruthard. „Noch ist es bewölkt, gleich gehen wir raus", antwortet Ruthard. Die kleine Prinzessin ist zufrieden – kein Wunder, denn die Erzieherin wirkt immer noch motiviert und munter: „Klar freut man sich auf den Feierabend, aber noch stehen die Kinder an erster Stelle."
Von den 15 Sprösslingen sind an diesem Nachmittag noch acht da. „Die Kleinen wissen schon, dass sie gleich abgeholt werden", erzählt die 30-Jährige. Kein Grund zu relaxen und die Dreikäsehochs einfach machen zu lassen. Denn während Ruthard Malsachen für die Mädchen rausholt, wird sie schon wieder an der anderen Front gebraucht. „Adam, zieh die Hose wieder hoch", ruft sie lachend. Drei kurze Handgriffe, zwei flinke Bewegungen, und schon sitzt die Hose und auch der Maltisch steht bereit.
„Ich glaube, man merkt, ob man für den Beruf geeignet ist", sagt Ruthard augenzwinkernd, während sie schon wieder an der anderen Ecke der „Marienkäfer-Crew"aktiv ist: „Emma, ihr sollt teilen", sagt sie deutlich. Und schon gibt die Fünfjährige ihre Salzstangen an Freundin Radha weiter.
Mit einem Ausländeranteil von 85 Prozent der insgesamt 45 Kinder ist die Kita multikulturell geprägt. „Es kann sein, dass man sich mal mit Händen und Füßen verständigen muss", erklärt Ruthard. Aber auch das scheint für die Erzieherin, die seit drei Jahren hier arbeitet, keine Hürde zu sein. In ihrem Job kommen eben viele Aufgaben zusammen: „Mal bin ich eine Erzieherin, mal Streitschlichterin, mal aber auch Freundin", sagt sie lächelnd.

16.15 Uhr: Die Mutter von Quentin ist da. Bevor der Dreijährige aber abdüst, tauscht die 30-Jährige sich noch kurz mit der Mutter aus. Fünf Minuten später: Quentin hat Schuhe und Jacke angezogen, greift nach Mamas Hand und ruft noch: „Tschüüüss." Der Regenschirm ist auch mit dabei, denn mittlerweile hat es angefangen zu schütten. „Sara, jetzt können wir leider doch nicht raus", sagt die Erzieherin. Die Kleine scheint aber gar nicht so enttäuscht: „Okay, dann hol ich eben meine Mappe." Gemeint ist der Ordner, in dem Fotos von den Jungs und Mädchen, ihr Gebasteltes und Gemaltes, aufbewahrt wird. „Da sind sie ganz wild drauf", erzählt Ruthard lächelnd.

In der Marienkäfer-Gruppe sind Kinder von zwei bis fünf Jahren. „Aber ich komme schon in die Schneckengruppe", erzählt Radha stolz. Dort sind die älteren Kinder, die kurz vor ihrer Einschulung stehen. „Ihre Mappe können sie dann mitnehmen ", sagt die Erzieherin. „Es ist schon traurig, aber es kommen auch immer wieder Neue." Ab September beginnt wieder die Einfindungsphase der neuen Kinder. „Da ist immer was los, die ganz Kleinen brauchen viel Zuwendung", sagt Ruthard.

Den Spagat zwischen der Aufmerksamkeit für die neuen und die älteren Kinder scheint sie perfekt zu beherrschen. „Letztendlich helfe ich den Kindern, sich selbst zu helfen", definiert sie ihren Job.
Jetzt ist es schon 16.30 Uhr – Sara packt ihr neues Gemälde aus quitschgelben Farben ein und macht sich mit Papa auf den Weg. „Wenn ich nach Hause komme, brauche ich Ruhe", verrät Ruthard lächelnd. „Und morgens bin ich wieder fit". Fit für einen Tag mit Spielen, Malen, Basteln und Toben.

Teresa Betz

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