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Mainz

Serie "24 Stunden in Mainz", Teil 16: Im Tierheim ist viel zu tun

Füttern, streicheln, pflegen und zwischendurch neue Hütten bauen. Die Stunde von 15 bis 16 Uhr gehört im Mainzer Tierheim eher zu den ruhigeren – Zeit für organisatorische und sortierende Arbeiten.

Nicht nur dieser Vierbeiner, auch alle anderen Tiere des Tierheims suchen ein  neues Zuhause. Leiterin Anja Kunze und ihre Mitarbeiter kümmern sich um sie.
Nicht nur dieser Vierbeiner, auch alle anderen Tiere des Tierheims suchen ein neues Zuhause. Leiterin Anja Kunze und ihre Mitarbeiter kümmern sich um sie.
Foto: Harry Braun

Mainz – Schon von weitem ist das Gebell der Hunde zu hören. Im Eingangsbereich des Tierheims in der Zwerchallee liegen Broschüren über Tierschutz und andere Themen rund ums Haustier aus. Zentral platziert: das große Ausführbuch, in das sich die ehrenamtlichen „Gassi-Geher" eintragen.

Der Bedarf an Ausführwilligen ist groß. „Unsere Hunde – zurzeit haben wir 45 – freuen sich alle über einen Spaziergang. Bei den großen Rassen ist aber eher ein stabiler Mann als eine zierliche Frau gefragt", erzählt Tierheimleiterin Anja Kunze.

Es ist Freitag, 15 Uhr: Die Fütterungen sind vorbei, das Tierheim, in dem zurzeit etwa 150 bis 200 Tiere leben, ist für Besucher geschlossen. Auf Kunze und ihr Team wartet eine Menge Arbeit: telefonische Auskünfte, organisatorische Aufgaben, Reinigungsarbeiten und die individuelle Betreuung der Tiere. Tierpflegerin Katja Matter: „Wir bereiten das Futter für den nächsten Tag vor, das aus Trockenfutter und Zutaten wie Nudeln, Ei und Hüttenkäse besteht. Außerdem füttern wir kranke und schwache Tiere."

Die Hunde dürfen jetzt in einen Auslauf mit Grünanlage und kleinem Wasserbecken – ganz nah an der Außenwelt: Menschen und Hunde laufen auf dem Bürgersteig vorbei, bellend wird von drinnen Kontakt aufgenommen.

Um 15.20 Uhr kehrt Schäferhund-Mix Felix von seiner Tour zurück, als Leckerli bekommt er von Anja Kowalzik Trockenfisch. Sie ist eine erfahrene Gassi-Geherin: „Das mache ich schon seit sieben Jahren, es macht mir Spaß. Felix ist sozusagen mein Stamm-Hund". Für ihn fährt sie sogar einmal wöchentlich von Mommenheim nach Mainz, immer freitags nach der Arbeit.

Auch Margit Schmidt gehört zu den langjährigen Hundeausführerinnen, seit zehn Jahren kommt sie fast täglich vorbei. „Früher hatte ich einen Hund, aber den musste ich einschläfern lassen – das wollte ich nicht noch einmal erleben. Hier lerne ich jetzt auch viel über die verschiedenen Hunderassen." Schön findet sie es, wenn die Hunde ein neues Zuhause finden. „Besonders habe ich mich gefreut, als der Cocker Artos vermittelt wurde: Er ist auf einem Auge blind, da muss man vorsichtig sein – wir haben ein Jahr schön geübt, und nun hat es geklappt!"

Aber auch Katzenliebhaberinnen kommen bei 60 Katzen in zwei Katzenhäusern auf ihre Kosten. Zu ihnen gehört Martina Schneider, die sich seit über einem Jahr als Katzenschmuserin engagiert: „Mein Freund hat leider eine Katzenallergie, und ich mag Katzen sehr – man bekommt sofort eine Rückmeldung von den Tieren."

Nicht jede Katze darf gestreichelt werden, an den Gittern warnen Schilder wie „Bitte nicht anfassen" und „Ansteckungsgefahr" die Besucher. In der Ferienzeit sind vor allem die Katzenhäuser voll, viele Tiere „stören" bei Urlaubsbeginn und werden einfach ausgesetzt. Manche sind trächtig, wenn sie abgegeben werden, so auch die Mutter der niedlichen Katzenbabys. Die Bande tobt jetzt munter über Kratzbäume und klettert über Körbe.

Währenddessen ist Anja Kunze im Keller fleißig. Hier lagern für Hunde und Katzen Hunderte von Tüchern, Laken, Decken und Stoffteppiche, die regelmäßig auf Löcher kontrolliert werden müssen. Seit drei Tagen schaut die Tierheimleiterin in ruhigeren Stunden die Textilien durch – auch den Stapel grauer Umzugsdecken. „Das war eine Spende – gern nehmen wir auch Bettbezüge oder Kopfkissen." Wie gewaltig die Wäscheberge sind, die täglich anfallen, zeigen die Waschmaschine und der Trockner für den Industriebedarf.

Zu den Sachspenden gehören Katzen- und Hundekörbe und die neuen Hundehütten, von denen zwei bereits in Eigenregie fertig gestellt wurden: Minihäuschen mit Heizung, Fenster, Tür und Luke. Ein notwendiger Ersatz für die alten Hütten, in denen sich Schimmel gebildet hatte. Einziger Wermutstropfen: der Verkehrslärm von Straße und Schiene. Aber daran kann selbst die engagierte Heimleiterin nichts ändern.

Caroline Eva Gerner

Kontakt: Tierheim, Zwerchallee 13-15, Öffnungszeiten: Mo, Mi, Sa 14.30 bis 17 Uhr, Tel. 06131/687 066 und auf www.tierheim-mainz.de.

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