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    SC Idar-Oberstein: Gündüz-Treffer sichert beim FCK II Punkt in der Nachspielzeit

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    SC-Torhüter Jeff Kornetzky zog sich auf dem Betzenberg einen Muskelfaserriss zu und wurde von Andreas Forster ersetzt. 
Foto: Joachim Hähn
    SC-Torhüter Jeff Kornetzky zog sich auf dem Betzenberg einen Muskelfaserriss zu und wurde von Andreas Forster ersetzt.
    Foto: Joachim Hähn

    Die Protagonisten des Idarer Ausgleichstreffers hießen Florian Galle und Ferhat Gündüz. Galle wuchtete nämlich unter Zeit- und gegnerischem Druck die Kugel von der linken Seite in Höhe der Mittellinie einfach lang und weit in Richtung des Lauterer Sechzehnmeterraums vor der Osttribüne. Gündüz jagte dem Ball hinterher, obwohl die Chance auf einen Torerfolg relativ gering waren, und dieser Wille, nie aufzugeben, war der Schlüssel zum Tor. FCK-Torwart Marco Knaller war nämlich im Eiskeller Fritz-Walter-Stadion wegen seiner vorherigen weitgehenden Beschäftigungslosigkeit am Fünfmeterraum festgefroren.

    Zumindest wirkte es so, denn wenn der Schlussmann einfach einige Meter weiter vorne gestanden hätte, hätte er die Kugel an der Strafraumgrenze weggepflückt, und der FCK II hätte verdientermaßen gewonnen. So aber brachte er seinen Verteidiger Denis Linsmayer in erhebliche Schwierigkeiten. Der FCK-Kapitän rannte nämlich zwischen seinem Torhüter und dem herbeirauschenden Gündüz dem aufspringenden Ball hinterher. Spätestens jetzt hatten die SC-Fans im Gästeblock, die Idarer Bank und natürlich auch Gündüz erkannt, dass aus keiner Chance urplötzlich eine ziemlich große geworden war. Gündüz bedrängte Linsmayer resolut, am Rande der Legalität so sehr, dass der Lauterer den Ball an seinem nun doch aufgetauten und ihm entgegenkommenden Torwart per Kopf vorbeilegte. Sekundenbruchteile später rauschten Knaller und Linsmayer ineinander, während Gündüz durchlief und die Kugel zum 1:1 über die Linie schob. "Ein zielgerichteter Pass war das natürlich nicht", gab Galle später lachend zu Protokoll. "Ferhat hat das Tor gewollt, und er hat es sich für seine Arbeit verdient", fand SC-Trainer Sascha Hildmann.

    Chancenverhältnis 10:2

    Der Glückstreffer zum Ausgleich war symptomatisch für den Idarer Auftritt in Kaiserslautern. Zum allerersten Mal in dieser Saison war es zum großen Teil Glücksgöttin Fortuna geschuldet, dass ein Zähler auf dem Idarer Konto landete. "Wir sind in einem einzigen Spiel für das ganze Pech der bisherigen Saison entschädigt worden", sagte Torwarttrainer Achim Hub.

    Tatsächlich hatte der SC Idar ganz viel Glück, dass der 1. FC Kaiserslautern II lediglich einen Treffer erzielte. Zehn ziemlich guten Einschussmöglichkeiten der Roten Teufel standen zwei ordentliche und zwei Halbchancen der Idarer gegenüber. Eklatant war der Unterschied im ersten Durchgang. Irgendwie waren die meisten Idarer Spieler immer zu spät gegen schnelle, kombinationssichere Lauterer Angreifer. Bereits nach fünf Minuten verfehlte ein Heber von Hendrick Zuck das Gehäuse nur knapp. Dann schaffte es Andrew Wooten, der gefährlichste Lauterer Angreifer, eine Flanke von Boris Becker nicht im leeren Tor unterzubringen. "Der war schwerer vorbeizuköpfen als rein zu machen", schüttelte Hub den Kopf (11.). Anschließend stand Patrick Freyer zweimal alleine vor Jeff Kornetzky im Idarer Tor. Einmal wollte er ablegen auf Wooten, was Christoph Schunck die Gelegenheit zum Klären gab (14.), und einmal schob er den Ball am Tor vorbei (20.).

    Kornetzky erleidet Muskelfaserriss

    Den größten Schreckensmoment brachte aber die 27. Minute für den SC Idar-Oberstein. Nach einem furchtbaren Rückpass von Tim Schwartz schlug Kornetzky die Kugel aus der Gefahrenzone, zuckte zusammen und signalisierte sofort "Auswechseln". Der Schlussmann hatte sich einen Muskelfaserriss zugezogen. Es schlug die große Stunde des Andreas Forster, der derzeit auf auf der Idarer Bank sitzt, weil sich Georg Borschnek mit Schulterproblemen herumplagt. Im Idarer Tor stand jetzt zwar ein neuer Torhüter, aber das grundsätzliche Bild änderte sich nicht. Der SC blieb Statist gegen schnellere Kaiserslauterer. In der 35. Minute landete ein mehrfach abgefälschter Kopfball nach einer Ecke genau in Forsters Fingern, und eine Minute später wirbelten Wooten und Zuck Freyer blank, der aber am langen Eck vorbeischoss (36.). Kurz vor diesen beiden FCK-Gelegenheiten hatte allerdings der SC sein erstes offensives Lebenszeichen abgegeben. Patrick Stumpf setzte sich nach einer Vorlage von Robin Mertinitz energisch gegen Willi Orban durch und scheiterte aus sechs Metern an Knaller (34.).

    "In der ersten Hälfte haben wir nicht so gespielt wie wir das können", stellte Hildmann fest. "Wir waren zu träge und zu mutlos. Das habe ich in der Pause angesprochen, und dann haben es die Jungs auch besser gemacht." Die Einschätzung des Idarer Trainers stimmt uneingeschränkt. Zwar musste der SC die nächste Schrecksekunde über sich ergehen lassen, als Forster einen Fernschuss von Benjamin Himmel nach vorne abprallen ließ, den Nachschuss von Freyer (der außerdem auch noch im Abseits stand) aber bravourös parierte (47.). Alles in allem gelang es dem SC nun, die Partie offen zu gestalten - also Kaiserslautern vom Tor wegzuhalten und selbst einige offensive Nadelstiche zu setzen. Zum Beispiel als Eric Wischang einen ordentlichen Angriff über Konstantin Sawin mit einem Schuss in Knallers Arme abschloss (51.). Bis zur 60. Minute hatte der FCK noch zwei gute Gelegenheiten, doch Freyer (58.) und Wooten (60.) trafen das Netz jeweils nur von außen.

    Unnötig auf Abseits gespielt

    Fortan lief alles auf ein 0:0 hinaus. "Im Fernsehen hätte es geheißen, das Spiel plätschert so dahin", meinte Hildmann später.

    Es plätscherte bis zur 81. Minute. Dann verlor der SC im Mittelfeld den Ball, und Himmel passte gedankenschnell aus dem Zentrum in Richtung linkes Strafraumeck auf Wooten. Die Idarer Deckung wollte den FCK-Angreifer ins Abseits stellen und rückte deshalb heraus, doch die Fahne des Linienrichters blieb unten. "Christoph Schunck schwört, dass es Abseits war, ich kann es nicht beurteilen", sagte Hildmann, tadelte aber: "Ich weiß nicht, ob man in dieser Situation unbedingt auf Abseits spielen muss." Wooten war's egal. Er ließ Forster mit einem satten Schuss ins lange Eck keine Chance, und der FCK schien doch noch seinen verdienten Sieg feiern zu können. Doch dann kam die Nachspielzeit mit einem festgefrorenen Torhüter und Ferhat Gündüz.

    Sascha Nicolay

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